Bei einem Vertriebenenlager in der nördlichen Region Rafah im Gazastreifen haben Schüsse mehrere Zelte getroffen und beschädigt. Wie UN News berichtete, sollen dabei Menschen verletzt worden sein. Ein humanitärer Partner musste das Gebiet daraufhin verlassen, teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit.
Die betroffene Nichtregierungsorganisation habe an Hochwasserschutz vor der Regenzeit gearbeitet, hieß es im Update von OCHA am Mittwoch.
Am selben Tag wurden nach Angaben von OCHA Kleinwaffenfeuer nahe einer von den Vereinten Nationen unter Vertrag genommenen Einrichtung in Deir al Balah sowie in der Nähe eines von den UN organisierten Konvois in Rafah gemeldet. Bei UN-Mitarbeitern gab es keine Verletzten, auch Schäden wurden nicht gemeldet. Die Vorfälle fielen in eine Zeit anhaltender Berichte über Angriffe auf bewohnte Gebiete, die im gesamten Gazastreifen zivile Opfer forderten.
Der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stephane Dujarric, sagte Journalisten, Zivilisten einschließlich humanitärer Helfer müssten immer geschützt werden. Zivile Objekte, darunter humanitäre Einrichtungen und Fahrzeuge, seien stets zu verschonen.
Trotz der unsicheren Lage laufen die Hilfsmaßnahmen weiter. In der letzten Oktoberwoche unterstützten die UN und ihre Partner mehr als 70 Haushalte, die ihre Unterkünfte und andere Habe verloren hatten. Die Vorfälle reichten von Luftangriffen bis zu häuslichen Bränden.
In derselben Woche erreichten Partner im Kinderschutz fast 4.500 Jungen und Mädchen sowie mehr als 2.000 Betreuungspersonen mit psychosozialer Unterstützung. Knapp 200 Kinder mit Bedarf an individueller Hilfe wurden erfasst, darunter 20 unbegleitete oder von ihren Familien getrennte Kinder und 17 verletzte Kinder. Die Nachbetreuung läuft weiter für mehr als 2.000 Kinder, die zuvor als hilfebedürftig erfasst worden waren. Zudem verteilten Partner Gutscheine für Herbstkleidung an mehr als 1.000 Kinder ohne elterliche Betreuung.
Im Westjordanland wird die Olivenernte nach Angaben von OCHA weiterhin durch Gewalt israelischer Siedler und Einschränkungen des Zugangs palästinensischer Bauern zu ihren Hainen gestört. Partner für Ernährungssicherheit stellten Erntegeräte und Maschinen an fast 80 Prozent aller identifizierten Brennpunkte bereit. Schutzpartner unterstützten freiwillige Erntekampagnen und sorgten für eine schützende Präsenz bei palästinensischen Bauern.
In den meisten Orten kann jedoch nur eine begrenzte Zahl von Erntehelfern erreicht werden. Als Gründe nannte OCHA Finanzierungslücken, Gewalt und israelische Einschränkungen.
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