Fünf Menschen, darunter zwei Kinder, sind im Inselstaat Kiribati im Südpazifik gerettet worden. Nach Angaben der Behörden waren sie drei Monate lang in einem 20 Fuß langen Boot auf dem Meer getrieben.
Dorfbewohner retteten die Gruppe vor der Insel Fanning. Das Boot soll dabei schätzungsweise 5.400 Kilometer von den Föderierten Staaten von Mikronesien aus nach Osten getrieben sein.
Die US-Küstenwache in Guam bestätigte, dass das Boot mit neun Menschen an Bord am 30. Juli als vermisst gemeldet worden war, nachdem es nicht zur Insel Ruo in Mikronesien zurückgekehrt war. Eine zehn Tage dauernde Suche über 85.700 Quadratkilometer blieb ohne Spur von dem Boot oder den Menschen an Bord.
Die Küstenwache bezeichnete die Nachricht von den Geretteten gegenüber der Nachrichtenagentur AP in einer E-Mail als unglaublich und wunderbar. Die fünf Personen seien gefunden worden und erhielten Betreuung. Zugleich sprach die Behörde den Angehörigen und Freunden derjenigen, die nicht mit ihnen gerettet wurden, ihr tiefes Beileid aus.
Auf die Frage, was mit den vier Vermissten geschehen sei, teilte die Küstenwache mit, sie sammle und bestätige weiterhin Informationen und werde so bald wie möglich antworten.
Der Abgeordnete aus Kiribati, Kaotitaake Rakoroa, sagte dem Sender ABC, die Überlebenden würden auf der Insel von einem Pastor betreut. Eine Pflegekraft namens Paukin T. erklärte dem Sender, alle fünf seien stark dehydriert und unterernährt gewesen. Sie seien an Infusionen angeschlossen worden und zeigten Anzeichen der Erholung.
Die Pflegekraft berichtete, die Menschen könnten lächeln und signalisierten, dass sie essen möchten. Die Überlebenden hätten sich noch nicht öffentlich zu ihrem Schicksal geäußert und um Privatsphäre gebeten, teilte der Sender mit.
Der Gouverneur des Bundesstaats Chuuk in Mikronesien, Alexander Narruhn, erklärte in einer Mitteilung, er habe Gespräche mit der Regierung von Kiribati aufgenommen, um die Überlebenden nach Hause zu holen. Über einen Dolmetscher ließ er mitteilen, neun Menschen seien an Bord des verschollenen Bootes gewesen. Er danke Gott für seine Liebe und Gnade, dass fünf der neun gefunden worden seien. Man bete weiterhin für die vier Gefährten.
Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP zu einer Stellungnahme reagierte Narruhn zunächst nicht.
Die neun Menschen hatten nach Angaben des Senders eine einstündige Überfahrt zwischen den Inseln Murilo und Ruo angetreten, als sie in einen Sturm gerieten.
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