Am Landgericht Hamburg ist es zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu einem scharfen Wortwechsel über zahlreiche neue Beweisanträge gekommen, wie WELT berichtet. Anwalt Ingo Bott, der Christina Block verteidigt, wies diesen Vorwurf als abwegig zurück. Die Anträge seien für die Wahrheitsfindung wichtig, weil sie vieles enthielten, das seine Mandantin entlaste.
Kurz vor Ablauf einer Frist, die auf den 28. Oktober gesetzt war, gingen 860 Seiten Anträge beim Landgericht ein. Davon stammten nach Angaben der Vorsitzenden Richterin allein 840 Seiten von Bott. Am 84. Verhandlungstag hatten die Prozessbeteiligten Gelegenheit, zu den Anträgen Stellung zu nehmen. Über sie muss nun das Gericht entscheiden.
Die Hamburger Unternehmerin Block ist angeklagt. Sie bestreitet das.
In den neuen Anträgen geht es laut Bott vor allem um die Geodaten von Blocks Handy. oder 29. Dezember 2023 womöglich gar nicht am angeblichen Treffpunkt, dem Hotel „Grand Elysée“, war. Die Kinder wurden in der folgenden Silvesternacht nach Deutschland gebracht. Die Hamburger Polizei hatte Blocks Handy wenige Stunden nach der Entführung sichergestellt. Die Daten wurden den Prozessbeteiligten jedoch erst kürzlich zur Verfügung gestellt.
Außerdem verlangt Bott, eine Sprachnachricht Blocks an eine Freundin vom Silvesterabend in das Verfahren einzuführen. Darin zeige sich ihre Hoffnungslosigkeit, wieder Kontakt zu ihren Kindern zu bekommen. Block könne deshalb von der wenige Stunden später bevorstehenden Tat nichts gewusst haben, so Bott.
Dezember angesetzt. Im Gerichtssaal wurde jedoch deutlich, dass der Prozess länger dauern könnte. Bereits mögliche Termine bis Februar wurden bei den Prozessbeteiligten abgefragt. Der nächste Verhandlungstag ist am 6. November.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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