In der zweiten Runde der Verhandlungen über den Handels-Kollektivvertrag 2027 ist am Dienstagabend keine Annäherung gelungen, wie die Salzburger Nachrichten berichteten. Das entsprach den Erwartungen. Vor zwei Wochen hatten die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft GPA ein Gehaltsplus von 3,8 Prozent verlangt. Dies teilte die WKÖ der APA mit.
Als Grundlage für die Verhandlungen dient die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate, die 3,3 Prozent beträgt. Im Handel sehe man sich weiterhin der wachsenden Konkurrenz durch den Onlinehandel gegenüber, und das Kaufverhalten der Menschen habe sich stark verändert. Man müsse stärker auf die Produktivitätskomponente achten, die bisher häufig am Durchschnitt der gesamten Wirtschaft festgemacht worden sei, statt auf einzelne Branchen zu schauen.
Dies werde durch andere Dinge ersetzt, etwa in der Freizeitindustrie, wo sehr dynamisch Jobs entstünden.
ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth reagierte umgehend. Kollektivverträge würden in Österreich seit jeher nach Branchen verhandelt, wobei die jeweilige wirtschaftliche Lage berücksichtigt werde, erklärte Schuberth. Zugleich hätten die Lohnabschlüsse massive Kaufkraftverluste ausgleichen müssen, die durch die hohe Inflation entstanden seien.
Der mittlere Bruttostundenlohn der Angestellten betrage im Handel 19,04 Euro, in der Gesamtwirtschaft hingegen 23,09 Euro. Im Kfz-Handel liege er bei 23,62 Euro, im Großhandel bei 23,64 Euro und damit über dem Wert der Gesamtwirtschaft.
Je höher der Frauenanteil in Berufsgruppen und Branchen, desto niedriger sei tendenziell der mittlere Bruttostundenlohn, so das Institut. Das entspreche 20 Prozent und damit einem Fünftel aller Handelsangestellten.
Kommentare (0)