Am Wiener Landesgericht muss sich ein 42-jähriger Familienvater verantworten. Die Staatsanwältin sprach von wiederkehrender systematischer Gewalt in einem Ausmaß, das seinesgleichen suche. Juli 2026 gegen Mitternacht in die Wohnung der Familie aus. Nachbarn hatten auf anhaltende Schmerzensschreie eines Kindes aufmerksam gemacht. Die Beamten erlebten die Mutter und die Kinder laut Einsatzbericht als äußerst weinerlich, verängstigt und eingeschüchtert.
Die Staatsanwältin schilderte, der Vater habe den Zwölfjährigen über den ganzen Abend hinweg mit einem Ledergürtel, einem Ladekabel und einem Kunststoffbügel geschlagen. Auslöser sei gewesen, dass der Junge trotz ausdrücklichen Verbots mit dem Fahrrad gefahren sei. Der Gutachter stellte demnach ein massives Weichteiltrauma fest, das eine schwere Körperverletzung darstelle. Der letzte Gewaltexzess ist mit Fotos vom Körper des Zwölfjährigen dokumentiert.
Das hätten die Kinder in ihren kontradiktorischen Zeugeneinvernahmen angegeben, auf denen die Anklage im Wesentlichen beruhe. Angeklagt ist der Vater wegen fortgesetzter Gewaltausübung.
Der Verteidiger des 42-Jährigen räumte ein, dieser sei in einen Gewaltrausch geraten, der ihm selbst unbegreiflich sei. Als Vergehen nannte er Fahrradfahren ohne Helm, ausbleibende schulische Erfolge und Shisha-Rauchen. Zur letzten Attacke sagte der Angeklagte, er sei außer sich gewesen und nicht bei Sinnen.
Die 40-jährige Mutter soll mehrmals versucht haben, ihre Söhne vor dem Vater zu schützen, und ihren Mann beschwichtigt haben, wie die Staatsanwältin einräumte.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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