In Hunderten europäischen Supermärkten seien Anlagen aus der Ferne auf Heizbetrieb umgestellt worden. Angreifer hätten es auf Schwachstellen an Temperaturreglern abgesehen, die bei Lebensmittelhändlern und Kühlhäusern eingesetzt werden und mit dem Internet verbunden sind.
Chris Butera, Direktor für Cybersicherheit bei der CISA, erklärte, jedes Unternehmen mit solchen Systemen müsse damit rechnen, ins Visier der Angreifer zu geraten.
Gelingt den Tätern der Zugriff, können sie die Temperatur verändern. Dadurch steige das Risiko für Brände, verdorbene Ware und eine verkürzte Lebensdauer der Anlagen, heißt es in der Mitteilung. Die Systeme würden weltweit in mehreren Sektoren der kritischen Infrastruktur angegriffen, erklärte Brett Leatherman, Direktor für Cyberoperationen beim FBI.
Der Warnung waren mehrere Cyberangriffe auf gewerbliche Kühlanlagen in den USA vorausgegangen. Ermittler des US-Verteidigungsministeriums prüfen außerdem, ob eine Serie nicht geklärter Störungen an Kühlgeräten in Supermarktfilialen auf US-Militärstützpunkten im August auf einen Cyberangriff zurückgeht.
Die EU-Kommission hat zwei Krisentreffen einberufen. Zudem wurde das europäische Netzwerk für Cyberkrisen aktiviert, in dem sich die Kommission mit Vertretern der Mitgliedstaaten und nationaler Behörden austauschte.
Die Versorgungssicherheit sei derzeit jedoch nicht gefährdet.
Kühlschränke und Tiefkühltruhen wurden wärmer, teils mussten Lebensmittel aus dem Verkauf genommen oder vernichtet werden. Um die Untersuchungen kümmern sich nach EU-Angaben die nationalen Behörden. Ob hinter den Angriffen ein bestimmter Urheber steht, ist bislang nicht geklärt.
Es gibt weder ein Bekennerschreiben noch Erpressungsversuche. Offenbar ging es den Tätern vor allem um Sabotage.
Dass die Angriffe auch andere kritische Infrastruktur treffen können, zeigt ein Fall in Frankreich. Zu Wochenbeginn wurde die Blutbank EFS Opfer eines Cyberangriffs auf ihr Kühlsystem. Betroffen waren die Kühlräume an drei Standorten. Die von einem externen Anbieter bereitgestellten Anlagen seien aus der Ferne so manipuliert worden, dass die Betriebstemperaturen stark angehoben wurden.
Keine Proben oder Blutprodukte seien beeinträchtigt worden. Die betroffenen Kühlanlagen seien wieder unter Kontrolle gebracht worden, Blutprodukte habe man vorsorglich in andere Einrichtungen verlegt.
Vereinzelt wurden Brandausbrüche gemeldet.
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