Woodford bezeichnete die Auszeichnung als große Überraschung und enorme Ehre. Bei der Verkündung war er telefonisch zugeschaltet.
Die Akademie hob die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung hervor. Hall und Woodford hätten Wirtschaftsmodelle nicht allein auf statistischen Zusammenhängen zwischen Inflation, Produktion und Konsum aufgebaut. Stattdessen hätten sie untersucht, wie die Gesamtheit der Haushalte und Unternehmen durch ihre Entscheidungen die Wirtschaft beeinflusse.
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erklärte, die Forschung verbinde Theorie und wirtschaftspolitische Praxis. Konjunkturschwankungen, Arbeitslosigkeit und Inflation ließen sich nur verstehen, wenn die Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen sowie deren Reaktionen auf wirtschaftspolitische Maßnahmen berücksichtigt würden. Nicht nur aktuelle Zinsentscheidungen, sondern auch Erwartungen über den künftigen geldpolitischen Kurs seien entscheidend.
Im Gegensatz dazu hätten Zentralbanken während der Ölpreisschocks der 1970er Jahre Schwierigkeiten gehabt, die extrem hohe Inflation zu bekämpfen.
Der Präsident des Kiel Instituts, Moritz Schularick, sagte, Woodford habe gezeigt, dass für Zentralbanken Aussagen über die Zukunft ebenso wichtig seien wie aktuelle Entscheidungen. Deshalb werde bei den Pressekonferenzen der Europäischen Zentralbank jedes Wort besonders genau geprüft.
Verliehen wird er wie die anderen Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, in Stockholm.
Unter den drei Medizin-Preisträgern waren Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland.
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