Im Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind 9.066 Fälle bestätigt worden. 4.381 Menschen starben, wie Al Jazeera unter Berufung auf Daten des Gesundheitsministeriums berichtete. Die Zahl der Todesfälle entspricht damit nahezu der Hälfte der bekannten Fälle.
Der Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Stamm verursacht und gilt als größter und tödlichster in der Geschichte des Landes. Weltweit forderte nur die Ebola-Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 mehr Opfer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es damals 28.600 bestätigte Fälle und mehr als 11.000 Tote in Guinea, Liberia und Sierra Leone.
Für den Bundibugyo-Stamm sind derzeit keine Impfstoffe oder Behandlungen zugelassen. In der vergangenen Woche meldete Kenia seinen ersten eingeschleppten Fall: Ein kenianischer Staatsbürger, der in der Demokratischen Republik Kongo gelebt habe, sei über Uganda nach Nairobi gereist und dort gestorben.
Uganda hatte zu Beginn des Jahres 20 Fälle und zwei Todesfälle gemeldet. Das Land wurde im August für Ebola-frei erklärt. Der aktuelle Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde Mitte Mai bekanntgegeben; einige Experten vermuteten jedoch, er habe bereits im Februar begonnen. Das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und hat sich in sieben Provinzen im Norden und Osten ausgebreitet.
Die Eindämmung wird durch Misstrauen in den lokalen Gemeinden erschwert. Viele Menschen glaubten, die Krankheit sei ein Vorwand für Amtsträger, um Geld abzuschöpfen. Zudem findet der Ausbruch während eines anhaltenden Konflikts zwischen der Rebellengruppe M23 und Regierungstruppen statt. Dadurch werde der Transport medizinischer Ressourcen in abgelegene Regionen erschwert.
Ein lokaler Politiker im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurde im September zu Tode geprügelt, nachdem er die Ebola-Reaktion der Regierung im Radio verteidigt hatte. Das teilte seine politische Partei mit.
Eine klinische Studie zur Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen den Bundibugyo-Stamm werde in den kommenden Wochen für die Demokratische Republik Kongo vorbereitet, sagte Chikwe Ihekweazu, der Exekutivdirektor des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle.
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