Der Angriff habe mehr Filialen getroffen als zunächst geschätzt, berichtete die WELT.
Finanzminister Roland Lescure sagte im Parlament, die betroffenen Geschäfte hätten ihre Systeme vom Netz genommen und füllten die Regale wieder auf. Die Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Schäden durch verdorbene Lebensmittel und Brände.
Bei Coopérative U seien 80 der 2000 Geschäfte betroffen, sagte Vorstandschef Dominique Schelcher.
Ziel waren unter anderem Kühlsteuerungen der Marke Dixell, die zum US-Hersteller Copeland gehört. In einem Geschäft in der Region Bordeaux sei die Solltemperatur von Tiefkühlschränken von minus 22 auf plus 150 Grad verändert worden.
Auch die niederländische Handelsgruppe Ahold Delhaize meldete einen Sicherheitsvorfall. Der Konzern nahm Kühlsysteme vorübergehend vom Netz und erklärte, es gebe keine Hinweise auf Datendiebstahl.
Das niederländische Nationale Zentrum für Cybersicherheit erklärte, es gebe keinen Grund für die Annahme, dass der Vorfall mit ähnlichen Ereignissen in anderen Ländern zusammenhänge.
Die Behörde stimme sich mit europäischen Partnern ab, weil auch andere Länder betroffen sein könnten. Sie warnte, dass wahrscheinlich noch Angriffskampagnen gegen bestimmte Kühlsteuerungen liefen.
In einer Sicherheitswarnung nannte die Behörde Geräte des dänischen Herstellers Danfoss. Später ergänzte sie zwei weitere Gerätetypen von Copeland. Schwachstellen in älteren Danfoss-Versionen seien seit Monaten bekannt und inzwischen geschlossen.
Das Unternehmen wolle die Cybersicherheit verstärken. Carrefour erklärte, keine Geräte des genannten Herstellers zu verwenden; Coopérative U bestätigte deren Einsatz.
Niemand hat sich zu dem Angriff bekannt oder Lösegeld gefordert. Nach Angaben von Reuters gibt das den französischen Ermittlern Rätsel auf. Drei von der Nachrichtenagentur befragte Cyberexperten hielten den Angriff wegen der bekannten Schwachstellen für relativ leicht durchführbar.
Wie viele davon anfällige Software nutzten, sei unklar.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner warnte vor Nachahmern. Der Angriff hätte jedes Land treffen können und könne jederzeit Nachahmer finden, sagte sie. Das Bundesamt rät, den direkten Internetzugriff auf Steuerungsanlagen zu unterbinden, VPNs und mehrere Anmeldefaktoren einzusetzen sowie Sicherheitsupdates kurzfristig zu installieren.
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