Bei der Bundeswehr in Weißenfels laufen interne Ermittlungen wegen Vorwürfen sexualisierten Fehlverhaltens und möglicherweise auch Drogenmissbrauchs. Das Verteidigungsministerium kündigte Konsequenzen an, wie die tagesschau berichtet. Zu Einzelheiten äußerte sich Ministeriumssprecher Göran Swistek mit Verweis auf den Datenschutz nicht.
Swistek erklärte, das Ministerium nehme die Vorwürfe äußerst ernst und verfolge eine Null-Toleranz-Linie. Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte, bestätigten sich die Vorwürfe, würden sie konsequent geahndet. Bereits jetzt soll einigen Beschuldigten der Zutritt zur Kaserne und die Ausübung ihres Dienstes untersagt worden sein. Pistorius kündigte zudem an, Täter zur Verantwortung zu ziehen und Betroffene besser zu schützen.
Generalinspekteur Carsten Breuer hatte die Truppe vor wenigen Wochen aufgefordert, sexualisiertes Fehlverhalten nicht zu tolerieren. Dazu zählen anzügliche Sprüche, unerwünschte Annäherungen und gewaltsame Übergriffe. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Henning Otte, fordert weitere restriktive und präventive Maßnahmen. In seinem Jahresbericht vom März hatte er festgehalten, die Rechtsgrundlage sei zwar klar. Wie die Null-Toleranz gegenüber sexualisiertem Fehlverhalten umgesetzt werde, hänge aber auch vom Klima in den Einheiten und von der Führungskultur ab.
Das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr arbeiten nach Angaben Swisteks an vier weiteren Maßnahmen. Dazu gehört ein noch in diesem Jahr geplantes Interventionszentrum, das rund um die Uhr mit ausgebildetem und psychologisch geschultem Fachpersonal besetzt sein soll.
Das Ministerium hat zudem eine Dunkelfeldstudie in Auftrag gegeben, um das Ausmaß des Problems zu erfassen. Die Ergebnisse sollen bald vorliegen.
In einem Bericht von Report Mainz schilderten Soldatinnen, was sich hinter dem Begriff des Fehlverhaltens verberge. Neitzel zufolge brauche eine Minderheit einen Anteil von 25 bis 30 Prozent, um die Kultur einer Gesamtgruppe erheblich zu beeinflussen. Der Frauenanteil in der Bundeswehr liegt laut dem Bericht bei rund 13 Prozent.
Kommentare (0)