Keine steirische Schule hat sich für das Pilotprojekt zur sechsjährigen Volksschule gemeldet. Zwei Schulen hätten eine Teilnahme geprüft, seien davon aber wieder abgerückt, teilte die Bildungsdirektion der Kleinen Zeitung mit.
Die Schulen wollten nicht namentlich genannt werden. Nach Angaben der Bildungsdirektion hätten schulautonome Entscheidungsprozesse zum Rückzug geführt. Das Vorhaben sei gerade in der ersten Phase emotional, schwierig und für viele Standorte nicht vollständig übersichtlich.
Für eine Teilnahme müssten mehrere Beteiligte zustimmen. Dazu gehörten das Lehrerkollegium, die Direktion und der Elternverein. In der Steiermark habe sich kein Schulstandort gemeinsam mit diesen Beteiligten für das Pilotprojekt entschieden.
Die fehlende steirische Beteiligung ist für ihn ein Rückschlag.
Eine IHS-Studie bilde den Unterbau für diese Überlegung.
Kritik kommt unter anderem vom sozialdemokratischen Gewerkschafter Florian Gollowitsch. Er habe vor einem Monat in der Kleinen Zeitung darauf hingewiesen, dass zwei zusätzliche Jahrgänge mehr Räume, Personal, Fachunterricht und Betreuung erfordern würden.
Auch den Nutzen des Modells beurteilt Gollowitsch zurückhaltend. Eine sechsjährige Volksschule könne funktionieren, wenn ausreichend Ressourcen und tragfähige Konzepte vorhanden seien. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass leistungsstarke und leistungsschwache Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend gefördert würden.
Kommentare (0)