Daran beteiligt sei ein Gen namens „Crazy-one“, berichtete WELT unter Verweis auf ein Forschungsteam, das die Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht hat.
Der Pilz bilde unter Medikamentendruck zusätzliche Kopien seines gesamten Genoms. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass bestimmte Veränderungen auftreten, etwa im Gen CRZ1, und zu Resistenzen führen.
Hugh Gifford von der Universität Exeter erklärte, Candidozyma auris komme in der Allgemeinbevölkerung selten vor, stelle für Patienten auf Intensivstationen jedoch eine tödliche Bedrohung dar.
Echinocandine greifen die Zellwand des Pilzes an und gelten als Mittel der ersten Wahl gegen solche Infektionen.
Bei längerer Kultur entstanden zwei deutlich unterschiedliche Kolonieformen, kleine und große. Weitere Tests deuteten darauf hin, dass die Reaktion ihrer Zellwand auf Antimykotika verändert war.
Die Entdeckung bedeute, dass nun nach neuen Wegen gesucht werden müsse, um Patienten zu behandeln und den Pilz aus Krankenhäusern zu beseitigen. Geprüft werden sollen unter anderem kombinierte Einsätze verschiedener Antimykotika.
Auch Deutschland ist betroffen. Kurzai, der an der britischen Studie nicht beteiligt war und das Nationale Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen leitet, befürchte, dass die Fallzahl in den nächsten Jahren zunehme.
In den USA bereitet unterdessen ein anderer Pilz Sorgen: Cladophialophora bantiana. Die Gründe für den offensichtlichen Anstieg seien unbekannt.
Dies sei bislang jedoch eine Hypothese, ein direkter Nachweis existiere nicht.
Kommentare (0)