Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat zu Wochenbeginn eine Notfall-Kabinettssitzung abgehalten, um das Wochenende mit Gewalt und Plünderungen bei Protesten gegen die steigenden Lebenshaltungskosten zu bewerten. Darüber berichtete Africanews.
An den landesweiten Demonstrationen hätten sich mehr als eine halbe Million Menschen beteiligt. Die Kundgebungen seien jedoch schnell gewalttätig geworden. Mehr als 2.400 Personen seien festgenommen worden.
Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Richter sprächen im Namen des Volkes Recht, und wo Straftaten begangen würden, müssten sie zu angemessenen Verfahren führen. Wer zerstört habe, müsse dafür zahlen, wer geplündert habe, müsse den Schaden ersetzen. Wer die Republik habe zu Fall bringen wollen, müsse sich dafür verantworten.
Macron unterscheidet nach eigenen Worten zwischen den Randalierern und der breiten Öffentlichkeit. Viele Demonstranten hätten berechtigte Forderungen gehabt. Man könne der Jugend nicht den Glauben an die Zukunft abverlangen, ohne ihr die Möglichkeit zu geben, Antworten zu entwickeln und mitzuentscheiden. Deshalb müsse man gemeinsam an Lösungen arbeiten. Schüler, Lehrkräfte, Vertreter von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsorganisationen, Kommunalbehörden und Abgeordnete sollten ab dieser Woche mit der Regierung an konkreten Vorschlägen arbeiten. Der Premierminister werde sie in den kommenden Tagen dafür zusammenbringen.
Am Sonntag haben sich erneut Hunderte Demonstranten auf dem Place de la République in Paris versammelt, begleitet von einer starken Polizeipräsenz. Die Polizei setzte Tränengas ein, als an einzelnen Stellen wieder Gewalt aufflammte. In der Nachbarschaft wurden fünf Geschäfte geplündert. Mehr als 350 Menschen wurden dort festgenommen.
Der Innenminister Nunez erklärte, die Behörden hätten das Ausmaß der Demonstrationen am Samstag unterschätzt, die Polizei habe bald die Kontrolle über die Lage verloren. Nunez bot seinen Rücktritt an und sagte, er fühle sich für die Ereignisse verantwortlich. Präsident Macron lehnte das Rücktrittsangebot ab.
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