Der frühere ruandische Hauptfeldwebel Robert Kabera, der zu einem scharfen Kritiker von Präsident Paul Kagame geworden war, ist im Nachbarland Uganda enthauptet aufgefunden worden. Das berichteten die BBC und die New York Times übereinstimmend. Laut BBC entdeckten Anwohner seinen Leichnam am Wochenende am Stadtrand von Kampala.
Ein Sprecher der ugandischen Polizei, Kituuma Rusoke, sagte am Montag, der Kopf sei bislang nicht gefunden worden, wie die BBC meldet. Die ruandische Regierung hat sich nach Angaben der BBC öffentlich nicht zu der Tötung geäußert.
Kabera hatte Ruanda nach Angaben der BBC verlassen, nachdem ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen worden waren, was er bestritten habe. In Uganda beantragte er Asyl und machte politische Verfolgung geltend. Laut New York Times lebte er seit 2020 im Exil. Wie die BBC schreibt, war er außerdem ein beliebter YouTuber und Sänger.
Seine Witwe teilte der BBC schriftlich mit, sie fürchte nun um die Sicherheit ihrer Familie. Sie und die Kinder hätten keinen Sicherheitsschutz. Laut seiner Familie war Kabera vor seinem Tod gereist, um eine Baustelle etwa 45 Kilometer (30 Meilen) außerhalb von Kampala zu inspizieren.
Die im Exil tätige Oppositionsgruppe Rwanda National Congress (RNC) forderte nach Angaben der BBC eine gründliche Untersuchung und die Verfolgung der Verantwortlichen. In einer Erklärung auf X schrieb die Gruppe, Kaberas Familie trauere, und exilierte Ruander stünden vor der beängstigenden Frage, wo sie sicher seien.
Die BBC ordnet den Fall in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein. Im Jahr 2014 war Patrick Karegeya tot in seinem Hotelzimmer in Johannesburg gefunden worden. Karegeya war ein früherer ruandischer Geheimdienstchef und hatte beim Aufbau des RNC geholfen. Er hatte sich mit Kagame überworfen, war 2007 nach Südafrika geflohen und dort ein lautstarker Kritiker der Regierung geworden. 2019 erließen südafrikanische Behörden Haftbefehle gegen zwei Ruander, denen der Mord an Karegeya vorgeworfen wird.
Nach Karegeyas Tod äußerte sich Kagame, wie die BBC schreibt, in einer Weise, die weithin als Warnung an andere Kritiker verstanden worden sei. Jeder lebende Mensch, der möglicherweise gegen Ruanda plane, werde dafür bezahlen, wer auch immer er sei. Es sei nur eine Frage der Zeit.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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