Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihr Kabinett am Montag zu einer mehrstündigen Krisensitzung in der Hauptstadt zusammengerufen. Außerdem denke man über Schritte gegen Straßenblockaden nach. Der Ministerrat soll bereits an diesem Dienstag ein Gesetzesdekret verabschieden. Offenbar plant die Regierung, 500 weitere Soldaten nach Mailand zu schicken. Diese Angabe machte laut Ansa Vize-Regierungschef Matteo Salvini.
In Mailand, aber auch in Turin und Bologna, war es in den vergangenen Tagen aus zunächst friedlichen Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten heraus zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz in Mailand und in dessen Umgebung hätten meist schwarz gekleidete, vermummte junge Menschen Schaufenster eingeschlagen sowie Geschäfte und Supermärkte geplündert. Die Festnahmen richteten sich zumeist gegen Minderjährige, fünf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft.
Vielfach wurden Vergleiche zu den Unruhen in Frankreich gezogen. Aus Sorge vor neuen Unruhen blieben am Montag mehrere Luxusgeschäfte in der Nähe des Domplatzes geschlossen. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens vierzehn Sicherheitskräfte verletzt. Die Staatsanwaltschaft Mailand sprach von Gewalt von seltenem Ausmaß. Der Schaden wird Schätzungen zufolge in die Millionenhöhe beziffert.
Im nächsten Jahr steht eine Parlamentswahl an. Ihre Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) gerät seit einiger Zeit unter Druck durch die neue, noch weiter rechts stehende Partei Futuro Nazionale (Nationale Zukunft).
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