Elon Musk soll hinter den Geschwindigkeitsbeschränkungen stecken, die für die militärische Version von Starlink gelten, die ukrainische Streitkräfte nutzen. Darüber berichtete die Jerusalem Post am Dienstagabend unter Berufung auf das Wall Street Journal, das sich seinerseits auf US-Beamte und mit der Angelegenheit vertraute Personen stützte.
Das Unternehmen SpaceX hatte am 13. Oktober erstmals einige Dienste in der Ukraine ohne Vorwarnung eingeschränkt. Ukrainische Beamte befürchteten damals, der Schritt der Firma von Musk könnte auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump erfolgt sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Samstag, sein Land könne wegen der Einschränkungen seine Abfangwaffen gegen russische Drohnenangriffe nicht einsetzen. Man habe der Ukraine mitgeteilt, dass die Ursache technische Probleme seien.
Trump sagte am Freitag, er glaube nicht, dass er oder Musk dafür verantwortlich seien, dass die Ukraine den Starlink-Zugang in einer Weise verloren habe, die ihre militärischen Operationen gegen Russland beeinträchtige. Am Montag erklärte er, er wisse nicht, wer dafür verantwortlich sei, wolle das aber herausfinden.
Musk schrieb kurz nachdem die Drosselung bekannt geworden war auf seinem Konto bei X, Beschränkungen von Geschwindigkeit oder Nutzung würden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden. Laut WSJ sagten einige US-Beamte, Musk habe ohne eine Anweisung Trumps gehandelt. Eine mit der Situation vertraute Person berichtete der Zeitung dagegen, Musk habe vor der neuen Obergrenze mit mehreren hochrangigen Mitgliedern der Regierung gesprochen, darunter Trump selbst.
Der Vorgang fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Washington und Kiew. Trump wirft Selenskyj vor, Friedensbemühungen zu sabotieren. Selenskyj wiederum beschuldigt die Regierung Trumps, Geheimdiensterkenntnisse zurückzuhalten. Das Weiße Haus weist diesen Vorwurf zurück.
Außenminister Marco Rubio sagte am Dienstag gegenüber Journalisten, es habe keine gezielte politische Weisung gegeben, der Ukraine zu schaden. Rubio habe am selben Tag ein 45 Minuten langes Gespräch mit Selenskyj geführt. Selenskyj nannte als Themen ballistische Raketenabfangsysteme, die Frühwarnung vor russischen Angriffen und die Lage bei den Satellitendiensten Starlink und Starshield.
Trump hatte Selenskyj zuvor für Angriffe auf russische Dieselraffinerien kritisiert. Am 10. Oktober, wenige Tage vor den Starlink-Einschränkungen, habe er Selenskyj gesagt, dieser könne mit Russland machen, was er wolle, solle aber keine Raffinerien angreifen, da dies ein Weltproblem sei. Selenskyj habe dennoch Dieselanlagen getroffen. Am Sonntag schrieb Trump in seinem Netzwerk Truth Social, Selenskyj wolle den Krieg nicht beenden und habe das wohl nie gewollt. Er forderte ihn auf, die Angriffe auf russische Dieselanlagen zu stoppen.
Musk hatte Trumps Kritik öffentlich unterstützt. Auf ein Video, in dem Trump Selenskyj zum Stopp der Angriffe auflud, reagierte er auf X mit dem Satz, Selenskyj sei zu weit gegangen. Vier Tage später meldeten Drohnenpiloten, keinen uneingeschränkten Zugang zu Starlink mehr zu haben.
Denys Sienik, ranghöchster ukrainischer Diplomat in Washington, sagte dem WSJ am Dienstag, Kiew warte weiterhin auf eine offizielle Antwort der Kontakte im Pentagon und bei SpaceX auf Führungsebene. Man wolle verstehen, was geschehen sei, und ob die Verbindung wiederhergestellt sei oder werde.
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