Der Basler Pharmakonzern Roche hat in Deutschland sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen vorerst auf Eis gelegt. Das sagte Deutschlandchef Daniel Steiners in einem Interview mit der Zeitung Welt, das am Montag veröffentlicht wurde, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Steiners richte seine Kritik klar an die Bundesregierung, greife den Kanzler aber nicht persönlich an. Die Politik habe in letzter Zeit sehr viel Vertrauen zerstört, sagte er. Er verweise auf einen Widerspruch im Koalitionsvertrag: Dort verspreche die Regierung, den Pharmastandort zu stärken. Damit schaffe man ein neues Problem, denn Investitionen und Arbeitsplätze wanderten ins Ausland ab.
In der Schweiz klingen diese Aussagen vertraut, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Roche, Novartis und die Branchenverbände warnen seit Monaten, dass der Pharmastandort an Attraktivität verliere.
Novartis-Chef Vas Narasimhan habe die Konsequenz gegenüber dem Tages-Anzeiger deutlich formuliert. Wenn die Behörden ihre Preispolitik nicht änderten, müssten die Firmen neue Therapien nur noch im privaten Sektor auf den Markt bringen.
Das Bundesamt für Gesundheit widerspricht der Pharmaindustrie. Es sehe Preiserhöhungen zulasten der prämienzahlenden Bevölkerung nicht als richtigen Weg zur Stärkung der Standortpolitik, schrieb das BAG in einer Stellungnahme gegenüber SRF.
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