Am 8. Dezember erscheint die Zeitschrift „Emma“ zum letzten Mal. Wie n-tv berichtet, endet damit ein Magazin, das über Jahrzehnte eng mit Alice Schwarzer verbunden war. Keine Zeitschrift habe lange so für feministische Konzepte gestanden wie die von Schwarzer, deren Verdienste um die weibliche Selbstbestimmung enorm seien.
Dennoch werde die „Emma“ vermutlich den wenigsten Frauen fehlen. Schwarzer werde als deren Interessenvertreterin schon lange nicht mehr wahrgenommen, und das Bild des Feminismus sei inzwischen deutlich komplexer, als es die Zeitschrift abbilde.
Viele Frauen, weiblich gelesene Menschen oder Flintas vertreten dagegen einen intersektionellen Feminismus. Dieser erkenne an, dass Frauen weltweit keine homogene Gruppe bilden, und beziehe Faktoren wie Rassismus oder soziale Lage in die Diskriminierungserfahrungen ein.
Kritisiert werde, dass Schwarzer und ihre Kolleginnen bei der „Emma“ trans Frauen nicht als Frauen anerkennen. Sie schaffe eine scheinbar konkurrierende Gruppe und werte deren Diskriminierungserfahrungen gleichzeitig ab.
Auch im Umgang mit kopftuchtragenden Frauen sieht n-tv ein Problem. Schwarzer spreche diesen gern und laut jede selbstbestimmte Entscheidung ab, was die betroffenen Frauen zu Recht als Bevormundung und Diskriminierung empfänden. Viele hätten dies als pauschale Abwertung ethnischer oder religiöser Gruppen wahrgenommen.
Schwarzer ist laut n-tv inzwischen 83 Jahre alt. Als einen Grund für die Einstellung nennt sie, sie und ihre Mitstreiterinnen seien erschöpft von den Kämpfen, die sie über Jahrzehnte geführt hätten. Warum sie den Staffelstab nicht weitergegeben habe oder nicht habe weitergeben können, beantwortete sie im Interview mit der „Zeit“ laut n-tv so: Den Grund sehe sie vor allem bei Kandidatinnen, die die Verantwortung gescheut hätten oder gar nicht erst erschienen seien. Als Gegnerinnen macht sie inzwischen vor allem „linke Feministinnen“ aus.
Zudem sei die Entscheidung wirtschaftlich begründet. 15.000 Abonnentinnen reichten nicht mehr aus, um die Zeitschrift am Leben zu halten. Das Archiv der „Emma“ wird ins Marbacher Literaturarchiv überführt.
Nach Einschätzung von n-tv schließt sich mit der Einstellung ein Kapitel. Das Ende der „Emma“ und von Alice Schwarzer als Teil der Geschichte sei vollkommen in Ordnung.
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