Die französischen Gerichte haben nach den Krawallen des vergangenen Wochenendes 217 Menschen in beschleunigten Verfahren verurteilt und ins Gefängnis geschickt. Das teilte Justizminister Gérald Darmanin am Donnerstag (22. Oktober) mit, wie CNA berichtet. Darmanin lobte die Reaktion der Justiz als äußerst konsequent.
Darmanin sagte vor dem Gefängnis Fleury-Mérogis am Stadtrand von Paris, seit Samstag seien insgesamt 2.700 Menschen festgenommen worden. Mehr als 1.000 von ihnen seien bereits vor Gericht erschienen. Davon seien 217 inhaftiert worden, und die Zahl steige weiter deutlich.
Wie Darmanin weiter erklärte, hatte die Hälfte der 217 Inhaftierten keine Vorstrafen. Bei ihnen handle es sich im Allgemeinen um Männer zwischen 18 und 25 Jahren. Daran zeige sich nach seiner Darstellung, dass Staatsanwälte und Richter auch Menschen einsperrten, die bisher nicht mit der Justiz in Berührung gekommen seien und erstmals straffällig geworden seien. Die Entscheidungen der Justiz würden außerdem äußerst konsequent umgesetzt.
Darmanin kündigte an, beschleunigte Verfahren zu begleiten, um den Rückstau an Fällen rasch abzubauen. Die Verfahren sollten zugleich abschreckend wirken. Anwälte kritisierten die schnellen Prozesse allerdings. Einige von ihnen warfen der Justiz vor, in eine Haltung der Repression abzudriften.
Frankreich hat wie viele andere europäische Länder mit überfüllten Gefängnissen zu kämpfen. Darmanin vertrat die Auffassung, die Lösung bestehe nicht darin, weniger Menschen einzusperren, sondern mehr Platz im Gefängnis zu schaffen. Laut Statistiken des Justizministeriums waren am 1. September 90.020 Insassen in französischen Gefängnissen untergebracht. Das liegt deutlich über der Kapazität von 63.348 Plätzen und stellt einen neuen Rekord dar.
Für das kommende Wochenende sind neue Proteste geplant. Sie richten sich unter anderem gegen die steigenden Lebenshaltungskosten.
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