BND, Verfassungsschutz und MAD wollen ein gemeinsames Cloud-System aufbauen, um geheime Informationen schneller untereinander auszutauschen. Nach Recherchen von NDR und WDR, über die die tagesschau berichtete, soll dabei der US-Konzern Google eine maßgebliche Rolle spielen.
Bisher ist der Austausch kompliziert. Dokumente, die als "Vertraulich" oder "Geheim" eingestuft sind, liegen auf sogenannten roten Systemen, die besonders geschützt und abgeschirmt sind. Ein Verfassungsschützer kann solche Dateien meist nur im Büro auf speziell eingerichteten Computern lesen.
Die Nachrichtendienste des Bundes planen deshalb eine sogenannte ND-Cloud.
Es handle sich um ein getrenntes, besonders geschütztes IT-Netz.
Das Projekt verzögert sich. Die geschätzten Kosten sollen laut Insidern mindestens 500 Millionen Euro betragen.
Er verwies jedoch darauf, dass künftige Updates die Software verändern könnten. Updates würden weiterhin von Google kommen. Herpig fragte, ob der Betreiber hierzulande überhaupt beurteilen könne, welche Auswirkungen ein Update habe, und wie groß Änderungen sein müssten, damit eine Version neu bewertet und zugelassen werden müsse.
Das BfV erklärte auf Anfrage, die Handlungs- und Innovationsfähigkeit hänge von moderner IT-Systemen ab. Zur Stärkung der technischen Resilienz seien europäische Lösungen von besonderem Interesse. BND, MAD und BfV wollten sich zu der Cloud nicht weiter äußern.
Neben der Software ist der Aufbau von Rechenzentren mit ausreichender Kapazität nötig.
Künftig sollen sie auch automatisierte Datenanalysen, etwa mittels Künstlicher Intelligenz, anwenden können.
Auch andere Geheimdienste setzen auf kommerzielle Cloud-Dienste für geheime Informationen.
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