Frankreichs Behörden rüsten sich nach den landesweiten Demonstrationen vom Wochenende für weitere Unruhen. Innenminister Laurent Nunez rechnet nach Angaben der Salzburger Nachrichten am kommenden Halloween-Samstag mit neuen Ausschreitungen, wie er dem Sender BFM TV mitteilte. Präsident Emmanuel Macron kündigte indes energische Schritte zur Beruhigung der Proteste an.
Macron habe in Marseille erklärt, er habe die Regierung aufgefordert, auf die legitimen Forderungen einzugehen, die der sozialen Bewegung zugrunde liegen. Macron besuchte am Montag Marseille, wo vor gut einer Woche schwere Ausschreitungen und zahlreiche Plünderungen von Geschäften stattgefunden hatten.
Nunez zufolge nahm die Polizei 1.435 Menschen fest.
Der Protesttag sei insgesamt unter Kontrolle geblieben, sagte Nunez. Zudem seien 150 Demonstranten verletzt worden, drei von ihnen schwer, in Toulouse, Reims und Clermont-Ferrand.
Nunez sprach von einem neuen Phänomen: Rechtsextreme Gruppen hätten gezielt linksextreme Aktivisten angegriffen.
Die seit Wochen andauernden Proteste seien zuletzt zunehmend außer Kontrolle geraten, es habe Vandalismus und Plünderungen gegeben. In einigen Städten wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt.
Die Regierung wertete die Polizeieinsätze als Erfolg. Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte im Radiosender RTL, der Staat habe sich an diesem Wochenende durchgesetzt. Für Verhandlungen müsse die Gewalt jedoch enden, denn es gebe Forderungen, die gehört und beantwortet werden müssten. Dafür sei die Rückkehr zur Ruhe Voraussetzung.
Die Proteste bringen die Regierung seit Wochen in Bedrängnis. Die Bewegung habe sich weit über die anfängliche Unzufriedenheit von Studenten und Schülern hinaus ausgeweitet, wobei es wiederholt zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen sei.
Auch die Wirtschaft klagt über schwere Einbußen. Ladenbesitzer seien müde und demoralisiert.
Frankreich hält an den Ausgangssperren und den Beschränkungen für Kundgebungen fest. Nunez sagte, die Lage in den kommenden Tagen werde sich wohl nicht wirklich von dem unterscheiden, was bisher zu sehen gewesen sei. Der Halloween-Abend sei traditionell immer ein wenig lebhaft, deshalb gehe man davon aus, dass es wieder kompliziert werde.
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