UN-Generalsekretär António Guterres hat am Montag in Kairo vor Journalisten zu Dialog und Diplomatie aufgerufen, um den Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten zu beenden, wie UN News berichtete. Guterres richtete eine klare Botschaft an die Konfliktparteien: Nötig seien größtmögliche Zurückhaltung und diplomatische Lösungen. Sollte das Säbelrasseln, das man derzeit beobachte, in eine größere Eskalation münden, könne die Lage in der Region außer Kontrolle geraten.
Darüber hinaus müssten die Navigationsrechte und Freiheiten in und um die Straße von Hormus sowie in der Meerenge Bab el-Mandeb an der Mündung des Roten Meeres vollständig wiederhergestellt werden. Beide Meerengen bezeichnete der Generalsekretär als entscheidende Seewege für den globalen Handel. Guterres würdigte die Vermittlerrolle Ägyptens, das dabei geholfen habe, die Voraussetzungen für einen Dialog zwischen den Seiten zu schaffen.
Guterres sprach in Kairo gemeinsam mit Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty, nach Treffen, die sich auf diese und weitere Krisen in Nahost und Afrika konzentrierten. Ägypten sei ein Pfeiler des Multilateralismus, sagte Guterres. Gerade in einer Phase wachsender Spaltungen sei es entscheidend, die Kanäle der Diplomatie offenzuhalten.
Zum Gazastreifen erklärte Guterres, er empfinde tiefe Anerkennung für die unverzichtbare Rolle Ägyptens. Das Land sei seit Beginn des Konflikts zentral für Vermittlungsbemühungen und humanitäre Hilfe. Er lobte die anhaltende Unterstützung bei der Bereitstellung lebensrettender Hilfe und bei medizinischen Evakuierungen sowie die Arbeit humanitärer Partner wie des Ägyptischen Roten Halbmonds.
Guterres forderte, die israelischen Einschränkungen für humanitäre Hilfe aufzuheben. Zudem müssten Hindernisse beseitigt werden, die der Umsetzung des vom UN-Sicherheitsrat gebilligten umfassenden Plans zur Beendigung des Gaza-Konflikts im Weg stehen. Zivilisten müssten geschützt und das Völkerrecht respektiert werden.
Auch das Westjordanland bereite ihm große Sorge, sagte der UN-Generalsekretär. Er sei zutiefst beunruhigt über israelische Maßnahmen dort. Guterres verwies auf sich ausweitende Siedlungen, fortgesetzte Räumungen, zunehmende Gewalt, Übergriffe sowie Angriffe auf Journalisten und Diplomaten. Das Umfeld werde zunehmend von Zwang geprägt, und das Gespenst ethnischer Säuberungen rücke immer näher. Dies müsse enden.
Ohne die Verwirklichung der legitimen Rechte des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung, so Guterres, könne es im Nahen Osten keinen dauerhaften Frieden geben. Er bekräftigte dabei erneut die Zweistaatenlösung.
Zum Krieg im Sudan erklärte Guterres, die Kämpfe müssten aufhören. Die Zukunft des Landes müsse dem sudanesischen Volk gehören, und zwar durch einen inklusiven politischen Prozess, der die Einheit, Souveränität und territoriale Integrität des Landes bewahre. Zu Libyen sagte er, es sei an der Zeit, auf die politische Dynamik aufzubauen, die Institutionen zu einen, den Weg für nationale Wahlen zu ebnen und die lange Übergangsphase endlich zu beenden.
Guterres wird sein Amt zum Jahresende abgeben. Sein Besuch in Ägypten ist der neunte seit seiner Ernennung im Jahr 2017. Seine Rede begann er mit der Erklärung, dass er immer wieder komme, weil Ägypten in den schwierigsten Momenten der Region und der Welt stets daran gearbeitet habe, Raum für Diplomatie zu schaffen.
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