Südkoreas Wirtschaft ist im dritten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Wie Al Jazeera berichtete, zeigen die vorläufigen Schätzungen der Bank of Korea ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von ein Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 3,4 Prozent im Jahresvergleich für den Zeitraum Juli bis September. Die Notenbank hatte im August lediglich ein Wachstum von 0,3 Prozent für das dritte Quartal vorausgesagt.
Die Ausfuhren, die etwa 45 Prozent des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen, stiegen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Angetrieben wurde das Plus laut der Notenbank vor allem von Halbleitern, Maschinen und elektrischen Geräten. Auch die Investitionen legten zu: Die Investitionen in Anlagen wuchsen um 4,1 Prozent, jene in geistiges Eigentum um 2,3 Prozent. Die Bauinvestitionen kletterten nur leicht um 0,7 Prozent.
Trotz des kräftigen Wachstums bei Exporten und Investitionen ging der private Konsum um 0,2 Prozent zurück. Die aktuellen Zahlen bringen die Wirtschaft nach Angaben des Berichts gut auf Kurs, ihr größtes Wachstum seit mehr als einem Jahrzehnt zu erreichen.
Das wäre die stärkste Entwicklung seit 2011, wenn man die Corona-Pandemie außen vor lässt. Im Jahr 2025 war die Wirtschaft lediglich um ein Prozent gewachsen, das langsamste Tempo seit der Pandemie.
Die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens profitiert derzeit vom Boom der künstlichen Intelligenz und einem weltweiten Mangel an Speicherchips. Südkorea beheimatet zwei der drei größten Speicherchiphersteller, SK Hynix und Samsung Electronics. Gemeinsam kontrollieren sie rund 80 Prozent des globalen Markts für High-Bandwidth-Memory und 60 Prozent des Markts für dynamischen Direktzugriffsspeicher (DRAM).
Im September schnellten die Exporte um 83,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 120,9 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Laut dem Korea Customs Service entfiel knapp die Hälfte aller Ausfuhren auf Chips.
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