Frankreichs Einzelhandel meldet massive Einbußen durch die landesweiten Massenproteste, die vielerorts in schwere Ausschreitungen mündeten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist der Umsatz in den Innenstädten, in denen Demonstrationen stattfanden, an den beiden vergangenen Samstagen um 80 Prozent eingebrochen. Als Grund nennt die Handelskammer CCI France, dass die Kundschaft die Stadtzentren meide. Darüber informierte die Kammer, wie der Sender France Info berichtete.
Bei den Ausschreitungen der vergangenen beiden Samstage wurden nach Angaben der Handelskammer frankreichweit über 2500 Geschäfte beschädigt. Die meisten dieser Schäden entstanden am 17. Oktober. Davon traf es 1161 Geschäfte schwer, sie wurden durch Plünderungen, Verwüstungen oder Brandstiftungen in Mitleidenschaft gezogen. Am stärksten betroffen war die Hafenstadt Marseille mit 527 Geschäften. Dort wurden 331 Läden verwüstet und 128 vollständig geplündert.
Weil bereits weitere Protestaufrufe für den kommenden Samstag und den Donnerstag der nächsten Woche vorlagen, ließen etliche Läden die Schutzvorrichtungen gar nicht erst abmontieren. Teilweise ist nur noch die Eingangstür zugänglich, von außen sind die Waren nicht zu sehen.
Es gab zudem Berichte, wonach sich Geschäftsinhaber vor den Demonstrationen bewaffnet hätten, um Angreifer selbst abzuwehren. Genannt wurden Eisenstangen und Tränengas. In einigen Städten wurden außerdem rechtsextreme Gruppen und Hooligans aktiv. Sie begründeten ihr Auftreten angeblich mit dem Schutz der Geschäfte, lieferten sich jedoch vielfach gewalttätige Auseinandersetzungen mit linken Demonstranten.
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