Die größten Konsumgüter- und Lebensmittelhersteller der Welt haben vor weiteren Preiserhöhungen im kommenden Jahr gewarnt. Wie die Arab News berichtete, wollen Unternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble, Nestle und Reckitt steigende Kosten auffangen, obwohl Käuferinnen und Käufer bei Lebensmitteln weiterhin zögern, viel Geld auszugeben.
Ursache sind höhere Kosten für Energie, Rohstoffe und Fracht, die sich aus dem Krieg der USA gegen den Iran ergeben. Die Hersteller von Waschmitteln, Limonade und Snacks stehen damit vor einem Balanceakt, ihre Gewinnmargen zu schützen.
Höhere Preise für alltägliche Produkte dürften die Sorge vor einer anhaltenden Inflation im kommenden Jahr verstärken. Hohe Benzin- und Lebensmittelrechnungen spielen laut Bericht eine große Rolle bei den bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA.
Die Kriegskosten sind die jüngste Belastung für eine Branche, die seit der Pandemie mit schwachen Umsätzen kämpft. Kundinnen und Kunden hätten zunehmend teure Markenprodukte bei verpackten Lebensmitteln gemieden. Im vergangenen Jahr kamen Zölle auf importierte Waren hinzu, die US-Präsident Donald Trump verhängt hatte.
David Wagner, Leiter Aktien und Portfoliomanager beim PepsiCo-Investor Aptus Capital Advisers, sagte, Preise seien der letzte Hebel, den diese Unternehmen noch hätten. Sie würden ihn bei Verbrauchern ansetzen, die bereits an ihrer Belastungsgrenze seien.
Coca-Cola-Chef Henrique Braun erwartet, dass der Druck auf die Verbraucher bis ins Jahr 2027 anhalten könnte. Als sein Unternehmen die Jahresgewinnprognose anhob, nannte er erhöhte Kostenbelastungen durch gestiegene Logistik- und Transportkosten.
Der Vorsitzende von Lindt & Sprüngli sagte, der Schweizer Schokoladenhersteller habe falsch eingeschätzt, wie Kunden auf Preiserhöhungen reagieren, und kämpfe deshalb mit Problemen. Das Unternehmen hatte wenige Tage zuvor seinen Konzernchef wegen Bedenken über die Leistung abgesetzt.
Reckitt-Chef Kris Licht sagte, Verbraucher in Europa und Nordamerika seien besonders stark belastet. Unternehmen müssten entscheiden, wie viel der Kostensteigerung sie über Preise weitergeben und wie viel sie durch mehr Verkaufsaktionen ausgleichen.
Licht sagte, man werde bei diesem Niveau der Rohstoff- und Vorleistungskosten wahrscheinlich die Preise erhöhen müssen. Der Hersteller von Durex senkte zugleich seine Umsatzprognose für das Jahr, daraufhin fiel die Aktie um etwa fünf Prozent.
Auch Procter-&-Gamble-Finanzchef Andre Schulten äußerte sich ähnlich. Der Hersteller des Waschmittels Tide hatte in der vergangenen Woche seine erwartete Gewinnbelastung durch steigende Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten von einer Milliarde auf 1,4 Milliarden US-Dollar angehoben. Schulten sagte, die Branche erhöhe generell die Preise, weil sich der Kostendruck ohne Preiserhöhungen nicht auffangen lasse.
Brian Mulberry, Chef-Marktstratege bei Zacks Investment Management, sagte, Procter & Gamble habe Preise und Umsätze im vergangenen Quartal stabil gehalten, höhere Kosten hätten die Margen jedoch deutlich belastet. Verbraucher gäben weiter Geld aus, wenn sie den Nutzen sähen, bei Snacks sei man aber wohl nahe der oberen Grenze dessen, was Kunden zu zahlen bereit seien.
PepsiCo hatte in diesem Jahr zwischen Preiserhöhungen und Preissenkungen gewechselt, um schwache Verkäufe anzukurbeln, und im vergangenen Quartal eine Margenbelastung erlitten.
Preiserhöhungen bergen das Risiko, Kunden zu verlieren. Nestle-Finanzchefin Anna Manz sagte in der vergangenen Woche, die Absatzmengen könnten kurzfristig sinken, wenn sich Verbraucher an höhere Preise anpassen. Zugleich sagte sie, der Aufwärtsdruck auf die Einkaufskosten sei wieder gestiegen. Nestle verzeichnete im jüngsten Quartal erstmals seit 2024 ein schnelleres Mengenwachstum als Preiswachstum.
Manz sagte, man werde Preise anheben, soweit dies ohne Schaden für die mittelfristige Marktdurchdringung bei den Verbrauchern möglich sei.
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