Die IG Metall hat in den regionalen Tarifverhandlungen für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie das erste Angebot der Arbeitgeber abgelehnt, wie tagesschau berichtet. Der Bezirksleiter für Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, erklärte, das Angebot setze zu spät ein, sei zu niedrig, habe eine zu lange Laufzeit und enthalte wenig Zukunft. Die Gewerkschaft weise es entschieden zurück.
Statt die Kaufkraft zu stärken, führe es zu weiteren Reallohnverlusten, so der Vorwurf. Giesler nannte das Angebot faktisch eine Minus-Runde, die die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich schwäche.
Nach zwei Verhandlungsrunden zeichnen sich damit Warnstreiks ab. Nach dem Ende der Friedenspflicht sind sie ab Sonntag (1. November) möglich. Der Niedersachsen-Bezirksleiter Thorsten Gröger sagte, die Arbeitgeber hätten sich bewegt, allerdings in Trippelschritten.
Die Arbeitgeberverbände hatten erstmals in der Tarifgeschichte in fünf Tarifbezirken gleichzeitig ein abgestimmtes Angebot vorgelegt. Das teilte der Dachverband Gesamtmetall mit. Der Tarifvertrag solle bis Ende 2028 laufen.
Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sagte, die fortschreitende Deindustrialisierung und der Verlust von Arbeitsplätzen müssten gestoppt werden. Der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Peter Sebastian Krause, bezeichnete den Vorschlag als fair und fein austariert.
Die Arbeitgeber knüpfen ihr Angebot an Bedingungen. Sie wollen Sonderregelungen für wirtschaftlich schwächere Betriebe ausweiten und über Maßnahmen gegen hohe Krankenstände sprechen. Zudem fordern sie eine beschleunigte Einführung Künstlicher Intelligenz. Die Einmalzahlung könne bei Unternehmen ausgesetzt werden, die kaum noch Geld verdienen.
Das höhle den Flächentarifvertrag von innen aus. Giesler kritisierte den Vorschlag ebenfalls. Wer Leistung, Wandel und Zukunft einfordere, müsse in die Menschen investieren, die den Wandel täglich trügen, und dürfe sie nicht zu Sündenböcken der wirtschaftlichen Lage machen.
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