Die Bundesregierung will Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten künftig wie Aktien besteuern. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, sollte das Bundeskabinett die neue Kryptosteuer am Mittwoch beschließen. Ob es dazu kommt, war jedoch zunächst offen. Am Dienstagnachmittag sprach viel dafür, dass der Termin um mindestens eine Woche verschoben werden muss. Bundeskanzler Friedrich Merz war zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer dienstlichen Reise in Asien.
Den Anschein hatte es, dass sich die Koalitionspartner CDU, CSU und SPD erneut in alltäglichen Abstimmungen verhakt haben. Hoffnungen der Besitzer von Bitcoins und anderen Digitalwährungen, dass die Reform vollständig zurückgenommen wird und Kryptogeschäfte weitgehend steuerfrei bleiben, erfüllen sich nach Einschätzung der Zeitung wohl nicht. Die Unionsfraktion im Bundestag hat die im Juli vom Koalitionsausschuss beschlossenen Steuererhöhungen auf Zucker, Tabak, Alkohol, Plastik und Kryptowährungen lautstark kritisiert.
Sie stehen damit in der gleichen Kategorie wie Gold, Kunstwerke oder teure Uhren. Wer mit dem Verkauf eines solchen Guts einen Gewinn erzielt, muss darauf nur Einkommensteuer zahlen, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zwölf Monate liegen. Der Mehrerlös danach ist steuerfrei.
2028 sollen die Einnahmen bei 175 Millionen Euro liegen, in den Folgejahren jeweils bei 350 Millionen Euro. Davon würden 179 Millionen Euro auf den Bund, 158 Millionen Euro auf die Länder und 13 Millionen Euro auf die Gemeinden entfallen. Das sei zwar nicht nichts, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Angesichts der teils großen Löcher in den öffentlichen Kassen wäre es nach ihrer Einschätzung aber nur ein geringer Beitrag.
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