Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Dienstag nach eigenen Angaben eine Einigung auf Expertenebene mit Argentinien über die dritte Überprüfung des Hilfsprogramms erzielt. Dadurch könnten etwa 900 Millionen Dollar für das lateinamerikanische Land freigegeben werden, berichtete die Hindustan Times.
Die Vereinbarung muss noch vom Exekutivdirektorium des IWF gebilligt werden. Erst danach kann die Tranche an die argentinische Regierung ausgezahlt werden.
Argentinien hatte 2025 ein erweitertes Fondsprogramm mit dem IWF abgeschlossen, das über vier Jahre rund 20 Milliarden Dollar umfasst. Das Land kämpfte damals mit einer hohen Inflation und dem Verfall der Währung. Seitdem hat Präsident Javier Milei einen umfassenden Reformplan umgesetzt, der vor allem Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben und die Eindämmung der Inflation vorsieht.
Die sozialen Ausgabenkürzungen seiner Regierung, die mit Zustimmung des IWF erfolgten, sind laut Bericht sehr unpopulär und haben häufig zu Protesten geführt. Seit Milei im Dezember 2023 das Amt übernahm, ist die Inflation von dreistelligen Werten auf derzeit 33,5 Prozent gesunken.
In einer Erklärung vom Dienstag bezeichnete der IWF das Reformprogramm Mileis als Vorhaben mit "beeindruckenden Ergebnissen". Lob gab es für die deutlich verbesserten fiskalischen Puffer und die Devisenreserven. Außerdem würdigte der Fonds die strukturellen Reformen in den Bereichen Handel, Arbeit, Investitionen und Kapitalmärkte, die nach seiner Einschätzung zu einer effizienteren, marktbasierten Wirtschaft beitrügen.
Teil der Vereinbarung über die Freigabe der jüngsten Tranche sind Zusagen der argentinischen Regierung in der Finanz- und Geldpolitik. Nach Angaben des IWF hat sich Argentinien verpflichtet, in diesem und im nächsten Jahr einen Primärüberschuss von 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erzielen. Die Zentralbank soll die Disinflation und den Aufbau von Reserven unterstützen und dabei Wechselkursflexibilität innerhalb eines Bandes zulassen.
Bei der Reformagenda nannte der IWF unter anderem die Vertiefung der heimischen Kapitalmärkte und einen besseren Zugang zu langfristiger Finanzierung als vorrangig.
Argentinien ist der größte Schuldner des IWF. In diesem Jahr sind Rückzahlungen von 1,2 Milliarden Dollar an den Fonds fällig, im nächsten Jahr weitere 7,8 Milliarden Dollar.
Auch wenn Mileis Regierung die außer Kontrolle geratene Inflation eingedämmt hat, bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in anderen Bereichen laut Bericht schwach. Der Konsum ist kraftlos, während Zahlungsausfälle stark zunehmen. Hypothekenausfälle haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht und erreichen 12,8 Prozent, den höchsten Stand seit 20 Jahren. Das Wachstum bleibt zäh, der IWF hat seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 Anfang dieses Monats auf 2,1 Prozent gesenkt.
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