Ein Mann, der verdächtigt wird, nahe Paris eine tödliche Schießerei verübt zu haben, hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingeräumt, gezielt Menschen mit muslimischem, afrikanischem oder nordafrikanischem Aussehen ausgewählt zu haben, wie die BBC berichtet. Am Donnerstag wurde der Tatverdächtige wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat angeklagt, teilte die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft PNAT mit.
Am vergangenen Freitag hatte ein Angreifer aus einem fahrenden Auto heraus das Feuer eröffnet, während er durch zwei westliche Vororte von Paris fuhr. Ein Mann wurde dabei getötet, sieben Menschen, darunter ein Kind, wurden verletzt. Das Opfer ist Pengo B., ein 26-jähriger französisch-kongolesischer Kampfsportler.
Drei der Verletzten lagen laut dem Terrorermittler Olivier Christen noch im Krankenhaus, einer davon in kritischem Zustand. Christen zufolge hat der Verdächtige, der in französischen Medien als 39-jähriger Kevin T. genannt wird, die Orte Trappes und das benachbarte La Verrière gewählt, weil er sie als Hochburg von Islamisten ansah.
Kevin T. habe eine terroristische Absicht bestritten, sein Handeln als legitim bezeichnet und erklärt, er empfinde keine Reue, sagte Christen. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler nach Angaben des Staatsanwalts Waffen oder Waffenteile sowie Bücher, darunter einen Koran, eine Bibel und Hitlers Mein Kampf. Außerdem entdeckten sie Aufkleber mit Bezug zur rechtsaußen stehenden Partei Rassemblement National (RN).
Kevin T. habe den Ermittlern gesagt, er habe die Aufkleber selbst entworfen und vor mehr als einem Jahr drucken lassen. Auf ihnen stehen Parolen wie „Es lebe Frankreich, RN, stolz, Franzose zu sein“. Zugleich habe er angegeben, weder Mitglied noch Unterstützer einer politischen Partei zu sein.
Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als rassistischen Terroranschlag. Am Mittwoch sagte Macron, bestimmte politische Bewegungen am rechten Rand, darunter der RN und Menschen aus deren Umfeld, hätten ein Klima des Rassismus entstehen lassen, das sich festsetzen konnte.
Jean-Philippe Tanguy, ein prominenter Abgeordneter des RN, entgegnete, der Präsident selbst habe hasserfüllten Ideologien den Weg bereitet. Die französische Präsidentschaftswahl ist in sechs Monaten, RN-Chefin Marine Le Pen liegt derzeit in Umfragen vorn.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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