Kämpfe im Jemen haben seit Anfang August mehr als 281.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Das teilten die Vereinten Nationen mit, wie Arab News berichtete. Der Konflikt hat zudem die wichtigsten Versorgungswege nach Taiz unterbrochen und Hilfskonvois auf schmale Bergpfade gedrängt.
Mehr als die Hälfte der Vertriebenen hält sich laut UN-Sprecher Stephane Dujarric im Gouvernement Taiz auf. Er sprach in New York vor Journalisten und berief sich auf Daten des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten. Der Zugang für humanitäre Helfer habe sich in den vergangenen drei Wochen stark verschlechtert. Eine beschädigte Hauptstraße, die Taiz mit den südlichen Gouvernements verbindet, zwinge dazu, Lieferungen über Bergrouten zu führen. Dadurch verlangsame sich die Auslieferung.
Drei Viertel der Vertriebenen leben an Orten, an denen es an Unterkünften, sauberem Wasser und Sanitäranlagen fehlt. Dujarric zufolge fehlt mehr als 35.000 Familien noch Hilfe bei der Unterbringung. Über 230.000 Menschen benötigen dringend Unterstützung bei Wasser und Sanitärversorgung.
Frauen und Mädchen tragen nach Angaben des UN-Bevölkerungsfonds die schwersten Lasten der Krise. Die Organisation warnt vor sexueller Gewalt, Menschenhandel und Zwangsehen. Besonders gefährdet seien die überfüllten Lager, in denen es an Privatsphäre, Beleuchtung und getrennten Sanitäranlagen mangele.
Hilfsorganisationen arbeiten, wo der Zugang es erlaubt. Mobile Schutzteams fahren nach Dujarrics Worten Vertriebenenlager an, und in acht Gouvernements werden Kinder auf Mangelernährung untersucht. In Gemeinden, die Vertriebenenfamilien aufgenommen haben, werden Notwasserversorgungen und Latrinen installiert. Dujarric rief erneut alle Konfliktparteien dazu auf, Zivilisten und zivile Infrastruktur zu schützen und sicheren, dauerhaften sowie ungehinderten humanitären Zugang zu gewähren, damit Hilfe die Menschen in Not erreichen könne. Jemenitische Behörden fordern zudem internationale Unterstützung.
Die vom Iran unterstützten Huthi haben Taiz seit Anfang Oktober eingekesselt und die Straße nach Aden abgeschnitten. Die neuesten Vertreibungszahlen bedeuten einen Anstieg um mehr als 20.000 Menschen in weniger als einer Woche. Gouverneur Nabil Shamsan sagte, Bewohner hätten den Zugang zu etwa drei Millionen Litern Wasser aus Brunnen im Wadi Al-Dhubab verloren, das unter Kontrolle der Huthi steht.
Bei Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi auf Flughäfen in Saudi-Arabien sind in diesem Monat mindestens 22 Menschen getötet und mehr als 364 verletzt worden.
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