Von dort berichtete die Süddeutsche Zeitung aus Litauen, wo die Bundeswehr ihre elektronischen Spezialkräfte an der Nato-Ostflanke ausbaut.
Das Wissen verdanken die deutschen Soldaten hochmoderner Radar- und Aufklärungstechnik. Sie mache Signale sichtbar, von denen der Gegner nicht wisse, dass er sie ausstrahle. Größere Bewegungen auf der anderen Seite der Grenze oder in Stellung gebrachte Flugabwehrsysteme würden die Lage ernst machen, sagte der Offizier. Das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 ist in Vilnius stationiert. Rund 800 Soldatinnen und Soldaten gehören dazu. Die Ausbildung elektronischer Spezialkräfte dauere in der Regel mindestens drei Jahre.
Daneben kommen Eigenlösungen zum Einsatz, etwa das System Minions. Die Elektronik stammt aus dem Großhandel.
Spezialkräfte am Boden können sie anschließend installieren. Mithilfe künstlicher Intelligenz lassen sich Funksprüche automatisch übersetzen.
Auf dem Militärflugplatz ist auch der Unternehmer Alexander Wüst anwesend. Er befasst sich seit 25 Jahren mit Störsendern, derzeit ist seine Technik für Drohnenabwehr sehr gefragt. Sie macht Drohnen flugunfähig und unschädlich.
Ihre Gesichter sind vermummt. Die Einheit gehört zur Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum. Im Rahmen der Mission Vigilant Owl sollen die Soldaten beobachten, was auf der anderen Seite der Grenze und in der russischen Exklave Kaliningrad geschieht. Im Falle einer Eskalation wären sie nach Angaben des Oberstleutnants selbst ein Hochwertziel.
Ein Soldat beschreibt jeden Soldaten und jedes Fahrzeug als hell erleuchteten Weihnachtsbaum für die Aufklärung. Die Antennen werden mehrere Meter hoch aufgestellt.
Informationen seien das neue Gold und die Munition des 21. Mit der Innovationskraft der Truppe ist Daum sehr zufrieden. Mehr Sorgen bereitet ihm die Heimatfront. Das Risiko sei zuletzt noch einmal exponentiell gestiegen. Das gelte nicht nur für militärische Systeme, sondern für alle kritischen Infrastrukturen in Deutschland, von Kraftwerken bis zur Lebensmittellogistik. Es sei das erste Mal in seinen sechs Jahren als Inspekteur, dass ihn etwas um den Schlaf bringe.
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