Dem Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo zufolge mangelt es Deutschland an zentralen Grundlagen, um die Chancen künstlicher Intelligenz zu nutzen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete über eine neue Analyse des Instituts, die den Rückstand des Landes bei KI kritisiert. Ifo-Experte Oliver Falck sagte am Montag, die Hightech-Branche sei bislang zu klein, die Verwaltung zu wenig digitalisiert.
Damit liege das Land im unteren Mittelfeld der EU. Ifo-Forscher Christian Pfaffl zufolge hängt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie kein anderes Land der Europäischen Union so stark vom Ausland ab wie die Bundesrepublik.
Bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sehen die Forschenden kaum Fortschritte. Dabei könnte gerade die Verwaltung mithilfe von KI und den umfangreich vorhandenen Verwaltungsdaten bessere Angebote für Bürger und Unternehmen schaffen. Als Beispiel nennen die Autoren vorausgefüllte Formulare: Deutschland stecke dabei noch in der Experimentierphase, während dies in den Niederlanden, Dänemark, Polen oder Österreich weitgehend umgesetzt sei.
Im Bildungsbereich liegt Deutschland laut Ifo bei den Computer- und IT-Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern unter dem EU-Durchschnitt. Falck zufolge verbreiten sich KI-Anwendungen rasant, doch zahlreichen Akteuren fehle das nötige Wissen für einen produktiven Einsatz. Nach der Analyse ist mangelnde Fachkompetenz der häufigste Grund, aus dem Unternehmen geplante KI-Projekte nicht umsetzen.
Am Montag beginnt zudem der zweitägige Digitalgipfel der Bundesregierung. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wollen dort über künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und digitale Souveränität sprechen.
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