Wenige Tage vor dem geplanten Börsengang hat das US-KI-Unternehmen Anthropic ein deutliches Umsatzwachstum gemeldet. Der Quartalserlös sei von 1,4 Milliarden Dollar um 1.100 Prozent auf 17 Milliarden Dollar gestiegen, was 15,2 Milliarden Euro entspricht. Das berichten die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf Unterlagen, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurden.
Im ersten Quartal habe der Umsatz noch 4,7 Milliarden Dollar betragen, im zweiten Quartal dann 11,6 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorquartal ergibt sich damit ein Plus von 46 Prozent.
Unter dem Strich weist das Unternehmen für das Quartalsende laut den Angaben einen Verlust von 23,3 Milliarden Dollar aus. Den mit Abstand größten Teil davon, 21,9 Milliarden Dollar, führen die Unterlagen auf bilanzielle Aufwendungen zurück. Diese seien nicht zahlungswirksam und hingen mit dem Anstieg der Unternehmensbewertung zusammen. Das operative Geschäft habe ein Minus von 567 Millionen Dollar ergeben.
Der Fehlbetrag fällt damit kleiner aus. Gleichzeitig seien die Kosten für die IT-Infrastruktur, vor allem für Rechenzentren, im dritten Quartal um 77 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal gestiegen. Damit legten sie stärker zu als die Erlöse.
Außerdem habe sich Anthropic laut den Unterlagen verpflichtet, rund 895 Milliarden Dollar aufzuwenden, vor allem für den Aufbau von Rechenleistung. Die meisten dieser Zahlungen sollen in den nächsten fünf Jahren fällig werden.
InstaNews hatte am 31. Oktober über den Prospekt berichtet, mit dem bis zu 100 Milliarden Dollar eingeworben werden könnten.
Der Börsengang gilt als wichtiger Test dafür, wie viel Vertrauen der Markt in den KI-Boom hat. Grund war, dass die Quartalszahlen keine klaren Hinweise darauf lieferten, dass sich die massiven Investitionen in KI bereits rentieren.
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