Im Mittelpunkt des Vorhabens „100 Prozent - Gleichstellung zahlt sich aus“ steht unter anderem die faire Bezahlung. Dafür soll nach Schumanns Worten auch die EU-Lohntransparenzrichtlinie sorgen, deren Umsetzung in Österreich im Verzug ist.
Bei einer Pressekonferenz kritisierte die Ministerin, Österreich habe den drittgrößten Gender Pay Gap innerhalb der EU. Das Projekt zeige jedoch, dass Gleichstellung in Betrieben umsetzbar sei, sagte sie. Die zehn Millionen Euro stammen zu zwei Dritteln aus dem Europäischen Sozialfonds, ein Drittel trägt das Sozialministerium. Gleichstellung und faire Entlohnung nützten laut Schumann sowohl den Beschäftigten als auch den Firmen, weil sie das Vertrauen der Belegschaft in den Betrieb stärkten.
Das laufende Projekt dauert von 2023 bis 2028. Projektleiterin Anita R. registriert bereits Fortschritte: Bislang wurden 219 Unternehmen beraten, dadurch seien rund 76.700 Beschäftigte erreicht worden.
Das Angebot beginnt mit einer Erstberatung und einer Analyse der aktuellen Situation bei der Gleichstellung. Anschließend sind eine Gleichstellungsstrategie, die Ermittlung nötiger Maßnahmen und die Begleitung bei deren Umsetzung vorgesehen. Auf der Webseite können Betriebe zudem einen Selbstcheck durchführen, um festzustellen, ob das Beratungsangebot zu ihnen passt.
Zwei teilnehmende Unternehmen schilderten positive Erfahrungen. Vom Ingenieurbüro Larix berichteten D. Stuckey und A. Koch von Coachings für Mitarbeiterinnen. K. Langeder-Macheiner und M. Seither wurde das Gehaltsschema weiterentwickelt. Der Lohn richte sich nun nicht mehr nach der Person, sondern nach Funktion und Aufgaben.
Ein solches Verfahren gibt es bislang nicht, obwohl die Richtlinie bereits im vergangenen Juni in den Mitgliedsstaaten umgesetzt sein sollte.
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