Greenpeace und Global 2000 halten den österreichischen PFAS-Grenzwert für zu hoch. Die beiden Umweltschutzorganisationen verlangen einen eigenen Grenzwert für die besonders gefährlichen PFAS-4 von höchstens vier Nanogramm pro Liter Trinkwasser, wie die Salzburger Nachrichten berichten. Derzeit gibt es in Österreich lediglich einen Wert für die Summe von 20 PFAS, der bei 100 Nanogramm pro Liter liegt.
Die vier Stoffe der Gruppe PFAS-4 sind PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS. Sie reichern sich über Jahre im menschlichen Körper an.
Laut dem Gutachten überschreitet der österreichische Grenzwert die verträgliche Aufnahme deutlich. Belastete Lebensmittel sind dabei noch nicht berücksichtigt. Diese Gefahr bildet die Grundlage für den EFSA-Wert. Nach Berechnungen der schwedischen Gesundheitsbehörden nimmt unter Einbeziehung des Essens jedes dritte Kleinkind zu viel PFAS auf.
Als konkretes Beispiel nennen Greenpeace und Global 2000 das Leitungswasser in Schwechat und Mannswörth in Niederösterreich. Ursache ist der PFAS-haltige Löschschaum, der dort zu Übungszwecken verwendet wurde. Im Schwechater Trinkwasser sind die PFAS-Werte seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Messungen der Gemeinde ergaben im Jänner 2,1 Nanogramm pro Liter für PFAS-4, bis Juli kletterte der Wert auf 8,4 Nanogramm. Ein Zusammenhang zwischen der Grundwasserverschmutzung und den Werten im öffentlichen Leitungswasser ist nach Angaben der Organisationen nicht belegt.
Greenpeace-Konsumexpertin Madeleine Drescher sagte am Mittwoch, der österreichische Grenzwert werde in Schwechat zwar eingehalten, gleichzeitig hätten die PFAS-4-Werte zuletzt doppelt so hoch gelegen wie der schwedische Grenzwert. Das Gutachten zeige, dass die Trinkwasserregeln besonders Kinder nicht ausreichend schützen. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei Global 2000, erklärte, die 100 Nanogramm für PFAS-20 seien kein gesundheitlich abgeleiteter Grenzwert.
Betroffene Anrainerinnen und Anrainer erhielten so kein Gesamtbild.
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