Nach einer Meldung von n-tv haben Angreifer in der Nacht zum 2. November Kühlanlagen mehrerer Supermärkte aus der Distanz verstellt. Betroffen waren Märkte in mehreren europäischen Ländern, darunter auch deutsche Händler.
In der Westpfalz meldete die Polizei zwei weitere Vorfälle in den Kreisen Kaiserslautern und Kusel. Dort waren ein Supermarkt und ein Lebensmittelverarbeiter betroffen. Die Ermittler untersuchen zudem einen Vorgang in Diepholz.
Nach Darstellung von n-tv nutzten die Angreifer eine reguläre Funktion der Geräte aus. In vielen Märkten steuert ein zentrales Steuergerät die Temperatur, die Alarme und die Abtauzyklen. Über dieses Gerät wurden die Anlagen in den sogenannten Abtaumodus versetzt. Daten seien nicht gestohlen worden, Kassen- und Warenwirtschaftssysteme seien nicht angegriffen worden. In einigen Märkten lösten die Alarme deshalb verzögert aus. Die Temperaturen stiegen den Angaben zufolge auf bis zu 50 Grad.
Warum Kühltruhen überhaupt heiß werden können, erklärt die Meldung mit dem Prinzip einer Wärmepumpe. Eine Kühltruhe entziehe dem Innenraum Wärme und gebe sie nach außen ab. Hinzu komme die Wärme, die der Kompressor im Betrieb erzeuge.
Öffentlich erreichbare Steuergeräte lassen sich laut n-tv durch automatisierte Internetscans finden. Wie die Täter ihre konkreten Ziele fanden, ist bislang offen.
Folgen hatten die Angriffe vor allem für den Betrieb. Kühlbereiche fielen zeitweise aus, das Personal musste Ware aussortieren.
Eine unterbrochene Kühlkette kann ein Gesundheitsrisiko darstellen, besonders bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Erkrankungen im Zusammenhang mit den Angriffen sind laut Meldung bislang öffentlich nicht bestätigt.
Auch das europäische Netzwerk für Cyberkrisen wurde aktiviert.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sagte im Nachrichtensender Welt TV, die Vorfälle zeigten, dass Cybersicherheit in einer Welt, in der sie immer häufiger ein Thema werde, leider an Bedeutung gewinne. Auch alle Unternehmen müssten mehr Vorsorge treffen, das gelte ebenso für die Verwaltung.
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