Im Zuge einer Angriffswelle auf Supermarkt-Kühlsysteme in Europa ermittelt die Polizei nun auch in mehreren Fällen in Deutschland. Wie WELT berichtet, sollen Kriminelle in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Kühltruhen gehackt und die Temperaturen nach oben gesetzt haben. Aus Bayern liegt ebenfalls eine Meldung vor.
Nach Polizeiangaben seien in Wuppertal, in Wetter bei Hagen und im Münsterland Kühlanlagen vermutlich durch einen Hackerangriff lahmgelegt worden. Für die betroffenen Läden ist der Schaden groß.
In Lilienthal bei Bremen fiel die Kühlkette eines Supermarkts zeitweise aus. In der Nacht seien Bedientheken, Kühlhäuser und Tiefkühltruhen ausgefallen. Die Anlagen hätten sich demnach auf 30 Grad aufgeheizt.
Auch in Niederbayern traf es einen Supermarkt, und zwar in Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau. Cyberkriminelle sollen dort die Kühlanlagen angegriffen haben, die daraufhin bis auf 50 Grad Celsius hochheizten. Der Betreiber schrieb auf seiner Facebook-Seite, mehrere Medien hätten zuvor über den Angriff berichtet.
Der Betreiber kritisierte die Lebensmittelverschwendung. Die Regale sollen wieder mit frischer Ware befüllt werden.
Schon vor den jüngsten Cyberattacken hätten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entsprechende Aufforderungen ausgesprochen. Im Nachrichtensender WELT TV sagte Wildberger, Cybersicherheit gewinne leider immer häufiger an Bedeutung. Auch Unternehmen und die Verwaltung müssten mehr Vorsorge treffen.
In mehreren Ländern Europas hatte es bereits zuvor ähnliche Angriffe gegeben. Hinweise auf die Täter und deren Motive lägen bislang nicht vor.
Dort waren am 12. Nach Angaben von Vorstandschef Stephan Moelans vom Kühlanlageninstallateur Sabcobel waren rund 20 Kühleinheiten des Unternehmens betroffen. Die Angreifer hätten die Anlagen in den Abtau-Modus geschaltet.
Es handle sich um einen Cyberangriff, andere Gründe gebe es nicht. Ikea Belgien meldete, eine Filiale in Mons sei betroffen gewesen, deren Tiefkühlschränke in den frühen Morgenstunden plötzlich wärmer geworden seien.
Ein Sprecher sagte, man habe das in den vergangenen Monaten in Europa beobachtet, weshalb zu erwarten gewesen sei, dass es sich über Frankreich hinaus ausbreite.
In einigen Fällen habe man die Probleme beheben können.
Die wiederholten Angriffe seien zutiefst besorgniserregend.
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