Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für die deutsche Wirtschaft 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent. Damit fällt seine Prognose fast doppelt so hoch aus wie im Juli, als der IWF mit 0,7 Prozent gerechnet hatte. Für 2027 hob er seine Erwartung um 0,1 Punkte auf 1,1 Prozent an, wie n-tv berichtet.
Mit diesen Zahlen liegt der IWF auf der Linie der Bundesregierung. Berlin hatte in der vergangenen Woche dieselben Prognosen veröffentlicht. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete den optimistischeren Ausblick mit der überraschend starken Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, zwei Drittel der Aufhellung gingen auf staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zurück. Ein Drittel entfalle auf die Exporte. Auch deutsche Zulieferer profitierten demnach vom Boom der Künstlichen Intelligenz.
Für die Eurozone erwartet der IWF 2026 ein Wachstum von 1,1 Prozent. Das sind 0,2 Punkte mehr als in der Juli-Prognose. 2027 soll die Wirtschaft im Währungsraum um 1,2 Prozent zulegen.
Nach einer Stagnation im ersten Quartal habe das Wachstum im zweiten Quartal angezogen. Der IWF führte dies vor allem auf eine sehr starke Erholung in Irland und die anhaltende Dynamik in Spanien zurück. Höhere Energiepreise und ein schwaches Verbrauchervertrauen bremsten das Wachstum weiterhin.
Seine Prognose für 2027 ließ das Institut bei 3,4 Prozent.
Den weltweiten Aufschwung führt der IWF auf eine größere Widerstandsfähigkeit der globalen Wirtschaft gegen Energieschocks zurück. Eine höhere Ölförderung außerhalb des Persischen Golfs, die Nutzung strategischer Reserven und ein Nachfragerückgang in China hätten den Preisschock abgefedert.
Der Konflikt hatte laut den Angaben auch Folgen für den Energiehandel. Die zuvor offene Straße von Hormus sei blockiert worden, sodass nur noch ein Bruchteil des Rohstoffhandels durch die wichtige Meerenge fließe. Das knappe Angebot bei hoher Nachfrage lasse die Preise steigen.
Beim Thema Künstliche Intelligenz sieht der IWF ein gemischtes Bild. In einzelnen Bereichen gebe es messbare Produktivitätszuwächse, in gesamtwirtschaftlichen Daten wie den Löhnen sei der Effekt bislang jedoch nur zögerlich erkennbar.
Die Prognose für die US-Wirtschaft beließ der IWF für 2026 bei 2,3 Prozent. Auch 2027 dürften die Vereinigten Staaten entsprechend wachsen, was minimal über der bisherigen Erwartung liege.
Für die USA erwartet der IWF wegen ihrer Rolle als Nettoenergieexporteur nur begrenzte direkte Belastungen durch die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs. Arme Länder und Staaten, die auf Energieimporte angewiesen sind, müssten dagegen deutlich mehr für Öl, Gas und Lebensmittel bezahlen. Zugleich verlören ihre Währungen an Wert, wodurch den Menschen weniger Geld zum Leben bleibe und die Armut sowie die Zahl der Menschen mit unzureichender Ernährung zunähmen.
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