Auf dem NATO-Schießplatz auf Kreta sollen Soldaten der Bundeswehr erstmals scharfe Flugkörper des Typs IRIS-T-SLM abfeuern. An der Übung „Spartan Arrow“ nehmen rund 700 Soldatinnen und Soldaten teil, darunter Kräfte aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Schweden, berichtete der NDR.
Die Einheit soll dabei ihre Einsatzbereitschaft nach NATO-Standards nachweisen. Der Schuss auf Kreta bildet für Feuerleitfeldwebel und -offiziere den Abschluss einer mehr als einjährigen Ausbildung an den Systemen.
Bei der bodengebundenen Luftverteidigung erfasst ein Radar ein Ziel. Nach der Freigabe durch einen Soldaten startet eine Rakete und soll das Objekt in der Luft zerstören. Die Bundeswehr kann nach eigenen Angaben nur auf dem NATO-Schießplatz auf Kreta mit scharfer Munition trainieren.
Das System soll zudem vor Hubschraubern, Marschflugkörpern und Kurzstreckenraketen schützen. Laut Bundesregierung handelt es sich um das modernste Flugabwehrsystem Deutschlands.
Zu einer Feuereinheit gehören ein Gefechtsstand, ein Radargerät mit einer Reichweite von 250 Kilometern und mehrere Startgeräte. Die Lenkflugkörper verfügen über einen Infrarot-Suchkopf, nutzen GPS-Satellitennavigation und erreichen auf dem Weg zum Ziel die dreifache Schallgeschwindigkeit. Sie können mehrere Ziele gleichzeitig bekämpfen. Nach Angaben der Bundeswehr beschleunigt ein zusätzlicher Raketenmotor die Flugkörper, die zudem besonders manövrierfähig sein sollen.
Ein großer Teil der Ausbildung findet am Simulator statt.
An der Übung sind auch rund 130 Soldatinnen und Soldaten aus Husum im Kreis Nordfriesland beteiligt. Die dort stationierte Flugabwehrraketengruppe 26 trainiert mit dem System Patriot. Es kann Flugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Raketen bekämpfen.
Für „Spartan Arrow“ wurden nach Angaben der Bundeswehr etwa 300 militärische Fahrzeuge und 100 Container aus Deutschland auf die Insel gebracht. Insgesamt nehmen auch 120 schwedische Kräfte teil. Als Übungsziele stellt Airbus vor Ort verschiedene Drohnen bereit, die unter anderem Flugzeuge und Raketen nachbilden können.
Auch zu den Gesamtkosten machte die Bundeswehr keine Angaben.
Kommentare (0)