Das FBI hat den 35-jährigen OpenAI-Ingenieur Abdulrahman A. festgenommen und angeklagt. Er soll versucht haben, mit einem versteckten Gerät Gespräche in einem Konferenzraum des Unternehmens aufzuzeichnen, wie die BBC berichtete.
Nach Angaben einer offiziellen Beschwerde habe A. eine KI-Anwendung zu Besprechungsräumen und deren Verfügbarkeit befragt. Zwischen dem 17. August und dem 16. September habe er unter anderem wissen wollen, wo sich externe Partner üblicherweise mit OpenAI träfen und welche Besprechungen an einem bestimmten Tag in dem Raum stattfänden.
Im September habe A. außerdem einen mit seiner Ehefrau verbundenen Chatbot gefragt, wie sich ein Aufnahmegerät bauen und installieren lasse und wie man aus der Ferne darauf zugreifen könne.
Der betreffende Raum sei regelmäßig für Gespräche über hochvertrauliche technische, geschäftliche und strategische Informationen genutzt worden. Dazu hätten auch Kontakte von OpenAI zu Regierungen und geschäftliche Beziehungen gehört. A. habe keine Berechtigung gehabt, den Raum zu betreten oder an den dortigen Besprechungen teilzunehmen.
Überwachungskameras hätten ihn im September bei acht Gelegenheiten in der Nähe des Konferenzraums aufgenommen. Am 30. September hätten Mitarbeiter von OpenAI hinter einem Fernseher ein heimlich angebrachtes Aufnahmegerät entdeckt. Das Gerät sei in Toilettenpapier eingewickelt gewesen.
Noch am selben Tag habe er laut Beschwerde eine unbeaufsichtigte Tasche in einem anderen Raum zurückgelassen. Sicherheitskräfte hätten darin ein weiteres, ähnliches Aufnahmegerät sowie seine Geldbörse und seinen Ausweis gefunden.
OpenAI schrieb auf X, eigene KI-Modelle eingesetzt zu haben, um das Gerät zu untersuchen und seine Herkunft zu klären. Das Unternehmen teilte mit, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass A. unbefugt Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten abgerufen oder herausgeschleust habe.
A. arbeitete seit Juli 2025 als Ingenieur für OpenAI. Laut Beschwerde wurde er in den USA ausgebildet und besitzt seit 2020 den Status eines rechtmäßigen Daueraufenthaltsberechtigten. OpenAI habe seinen Vertrag beendet.
Sein Anwalt William Pernik sagte der BBC, die Vorwürfe schienen völlig untypisch für seinen Mandanten. Die Verteidigung werde alle von der Regierung vorgelegten Beweise prüfen, um zu klären, was tatsächlich geschehen sei, wer dafür verantwortlich gewesen sei und welche möglichen Gründe es gegeben habe. Pernik bat darum, bis zur vollständigen Klärung nicht vorzuverurteilen.
A. erschien erstmals vor einem Bundesgericht in Kalifornien. Für den 19. Oktober ist eine Haftanhörung angesetzt, bei der entschieden werden soll, ob er bis zum Fortgang des Verfahrens in Gewahrsam bleibt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar beziehungsweise 190.000 Pfund.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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