Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterstützt einen Aufschub der EU-Methanverordnung.
Die Verordnung ist seit August 2024 in Kraft. Sie soll Emissionen während des gesamten Wertschöpfungsprozesses fossiler Energieträger erfassen und verringern. Ab dem 1.
Reiche schloss sich beim EU-Energieratstreffen im Juni den Forderungen an. Damit stellte sie sich gegen den bisherigen Kurs der Bundesregierung, die Verordnung in ihrer 2024 beschlossenen Form umzusetzen.
Reiche habe bei dem Treffen erklärt, die Energieversorgung müsse gesichert werden. Sie befürchte, dass die Methanverordnung die Energiesicherheit gefährden könne. Das Bundeswirtschaftsministerium betone die Auswirkungen der Vorgaben auf die Energieversorgung. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) halte dagegen an den bestehenden Regeln fest und habe dem Handelsblatt gesagt, es dürfe nicht so getan werden, als gebe es kein gravierendes Problem durch Methanemissionen.
Kurz bevor Reiche öffentlich für eine Verschiebung eintrat, reiste sie in die USA zu einem großen Branchentreffen der Öl- und Gasindustrie.
Die vom Bundeswirtschaftsministerium herausgegebenen Unterlagen enthalten zahlreiche Schwärzungen. Namen von Gesprächspartnern sowie Teile der Vorbereitung zu LNG und zur EU-Methanverordnung seien unkenntlich gemacht worden. Gesprächsnotizen und Protokolle fehlten. Das Ministerium habe erklärt, Gesprächsinhalte würden grundsätzlich nicht protokolliert. Die Sach- und Rechtslage zur Verordnung werde umfassend geprüft; eine Positionierung erfolge nicht anhand eines einzelnen Treffens.
Zu den Teilnehmern habe Charlie Riedl vom Branchenverband Center for LNG gehört. Er habe sich im Mai 2026 kritisch zur EU-Methanverordnung geäußert.
Wenige Stunden nach dem Treffen habe sich Reiche erstmals für eine Verschiebung um drei Jahre ausgesprochen. Aus den vorliegenden Unterlagen gehe jedoch nicht hervor, ob und in welchem Umfang Gespräche mit Vertretern der Gaswirtschaft die deutsche Position beeinflusst hätten.
Der EU-Energierat tagt am 29. Oktober erneut. Sollte die Europäische Union die Importvorgaben abschwächen oder verschieben, könnte dies nach Angaben der tagesschau Signalwirkung für weitere Änderungen der Verordnung haben.
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