Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas (SPD) wird weiter über angebliche Angriffe der Union auf die ehemalige Arbeitsministerin debattiert. Eine SMS des Vorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel, gibt der Debatte nun teilweise eine andere Richtung.
Winkel habe Anfang Oktober gegenüber dem Tagesspiegel erklärt, er wolle Bas in einem Zitat derzeit nicht persönlich erwähnen, weil sie nach seinem Wissen einen Trauerfall habe. In dem Beitrag habe er zugleich einen schnellen Entwurf aus dem Arbeitsministerium gefordert, um die Empfehlungen der Rentenkommission umzusetzen. Der Tagesspiegel wertete die Nachricht als Hinweis darauf, dass Winkel damals Rücksicht auf Bas’ persönliche Situation habe nehmen wollen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe kurz nach Bas’ Rücktritt erklärt, die CDU habe in den drei Wochen zuvor stets ihr Mitgefühl mit Bas zum Ausdruck gebracht. Meinungsverschiedenheiten in der Sache seien ausgetragen worden, soweit dies notwendig gewesen sei. Unionsfraktionschef Thorsten Frei habe im Deutschlandfunk gesagt, er könne sich an keine Äußerung aus den vergangenen drei oder vier Wochen erinnern, die verletzend gewesen sei.
Die SPD hält an ihren Vorwürfen fest. Vizekanzler Lars Klingbeil habe erklärt, Bas sei während ihres persönlichen Leids und ihrer Trauer politischen Angriffen ausgesetzt gewesen. Das sei unanständig. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) habe öffentliche Attacken aus der Union als unmenschlich bezeichnet.
Schwesigs Sprecherin verwies zuletzt auf kritische Äußerungen von Merz gegenüber Journalisten.
Kommentare (0)