Wenn der Boom bei Elektroautos anhält, könnten deutsche Autobauer die CO₂-Grenzen für Neuwagen einhalten, die in der EU ab 2030 gelten sollen. Für Mercedes-Benz wären 20 Prozent nötig, für Volkswagen 24 Prozent. Als Ausgangspunkt gilt jeweils das aktuelle Niveau.
Der Markt für Elektroautos in der EU wuchs im vergangenen Jahr um 30 Prozent. Von Januar bis August dieses Jahres legte er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 45 Prozent zu. Als Gründe nennt die Analyse die hohen Spritpreise und Subventionen für den Kauf von E-Autos.
Die EU-Institutionen hatten vor vier Jahren CO₂-Grenzen für Neuwagen beschlossen. Ab 2035 sollen neu zugelassene Fahrzeuge in der EU keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Bei Verstößen drohen Strafzahlungen. Die Regelung würde praktisch ein Aus für Verbrenner bedeuten, für 2030 gelten Zwischenziele.
Die Autoindustrie fordert seit Jahren eine Lockerung der Vorgaben. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, den Konzernen bei den Grenzwerten entgegenzukommen. Das Europaparlament und die Mitgliedstaaten wollen noch in diesem Jahr darüber entscheiden.
Die Debatte fällt in eine Krise der Autoindustrie. In den USA belasten hohe Importzölle die Branche. In China, einem früheren Hoffnungsmarkt, sind europäische Autos zunehmend weniger gefragt. Zugleich erzielen die Hersteller mit Verbrennern tendenziell höhere Gewinnmargen als mit Elektroautos. Zur Kostensenkung bauen die Autohersteller Tausende Stellen ab.
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