Der britische Wasserversorger Thames Water hat seine Gläubiger um weitere 2,4 Milliarden Pfund gebeten.
Thames Water erklärte, eine langfristige Vereinbarung zur Neuordnung seiner Schulden werde bis dahin voraussichtlich nicht abgeschlossen sein. Die notwendige Rekapitalisierung könne das Unternehmen nicht rechtzeitig beenden. Thames Water versorgt 16 Millionen Kunden in London und im Themse-Tal.
Die Schulden des Unternehmens belaufen sich inzwischen auf etwa 20 Milliarden Pfund. Die Anteilseigner haben sich zurückgezogen. Dadurch steht Thames Water faktisch unter der Kontrolle seiner Gläubiger, die eine Vereinbarung zur Vermeidung einer Insolvenz ausarbeiten.
Die Gläubiger hatten Thames Water im Februar des vergangenen Jahres 3 Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt, um die Verhandlungen abzusichern. Davon hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 2,65 Milliarden Pfund abgerufen. Zu den Gläubigern gehören unter anderem amerikanische Hedgefonds wie Elliott Management und Silver Point Capital sowie institutionelle Investoren wie BlackRock und M&G. Zusammen treten sie als London & Valley Water company auf.
Mit den zusätzlich beantragten Mitteln wolle Thames Water seine Liquidität bis Herbst 2027 verlängern. Dadurch solle das Unternehmen sein Investitionsprogramm fortsetzen und Verbesserungen für Kunden und Umwelt umsetzen können. Gleichzeitig führt der Versorger nach Angaben des Guardians kostspielige Reparaturen und Modernisierungen durch.
Die Gläubiger haben einen Rettungsplan ausgearbeitet, der einen Erlass von Darlehen in Höhe von 9,6 Milliarden Pfund vorsieht. Voraussetzung wäre, dass die britische Regulierungsbehörde Ofwat Thames Water erlaube, festgelegte Strafzahlungen für mehrere Jahre im Voraus zu begleichen und für das Unternehmen ein Sonderregime zu schaffen.
Einige Labour-Politiker und Umweltaktivisten forderten Premierminister Keir Starmer sowie Andy Burnham auf, Thames Water einer vorübergehenden staatlichen Kontrolle zu unterstellen und nach einem neuen Käufer zu suchen. Burnham habe erklärt, eine öffentliche Eigentümerschaft von Thames Water sei der richtige Weg. Thames Water teilte mit, das Unternehmen arbeite weiter mit Beteiligten an einer marktwirtschaftlichen Lösung.
Die Gläubiger sollen noch im Laufe des Monats über die Vorschläge abstimmen.
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