Indonesische Aktien sind am 16. Oktober um mehr als elf Prozent eingebrochen. MSCI erklärte, der Status Indonesiens als Schwellenmarkt sei nicht mehr angemessen, und leitete eine Konsultation über die Einstufung als eigenständiger Markt ein, wie CNA Asia berichtete.
Der Jakarta Composite Index fiel zum Handelsstart um acht Prozent, woraufhin der Handel unterbrochen wurde. Nach der Wiederaufnahme lag der Index 11,1 Prozent im Minus. Es war der stärkste Tagesverlust seit Anfang 1998, zugleich sank der Index auf den niedrigsten Stand seit 2020.
MSCI teilte mit, Anleger hätten weiterhin Bedenken wegen undurchsichtiger Beteiligungsstrukturen und koordinierten Handelsverhaltens geäußert, das die Preisinformationen beeinflusst habe. Trotz der angekündigten Reformen seien auf dem indonesischen Aktienmarkt keine ausreichenden Fortschritte festgestellt worden. Es bestünden erhebliche Sorgen über Marktstörungen, mutmaßlich weiterhin koordiniertes Handelsverhalten und fehlende Belege für eine wirksame Durchsetzung der Regeln.
Die Behörden in Jakarta hatten im April erklärt, die Reformen abgeschlossen zu haben. Damit wollten sie die Herabstufung vermeiden. Eine Neueinstufung könnte die Bemühungen der Regierung beeinträchtigen, die größte Volkswirtschaft Südostasiens anzukurbeln, und Anlageentscheidungen deutlich beeinflussen.
Eine Einstufung als Frontier Market würde nach Einschätzung von MSCI die Probleme des Marktes nicht angemessen abbilden. Die Einstufung als eigenständiger Markt könnte Fonds, die MSCI-Schwellenmarktindizes nachbilden, zum Verkauf indonesischer Aktien zwingen.
MSCI mit Sitz in New York erstellt internationale Indizes, die Anleger als Maßstab für die Zusammensetzung ihrer Portfolios nutzen. Der Schwellenmarktindex umfasst 1.200 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 10 Billionen US-Dollar. Fondsmanager weltweit beobachten, welche Länder in die MSCI-Indizes aufgenommen oder aus ihnen entfernt werden, weil dies Anpassungen ihrer Portfolios auslösen kann.
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