Ein Papier der Personalvertretung rechnet für die Steiermark mit einem monatlichen Rückgang des polizeilichen Arbeitsvolumens um 50.624 Stunden. Bei einer landesweiten Einführung des neuen Dienstzeitmanagements (DZM) im April 2027 entspräche das dem Leistungsvolumen von 301 Exekutivbeamten, berichtete die Kleine Zeitung.
Die Berechnung vergleicht das neue Modell mit dem bisherigen Dienstzeitmodell. Für den Bezirk Leibnitz weist das Papier demnach monatlich 3920 weniger Arbeitsstunden aus. Das entspreche 23,3 Vollzeit-Äquivalenten.
Nach Angaben der Personalvertretung gehe der Rückgang im Wesentlichen auf weniger Journaldienststunden und den Wegfall systembedingter Überstunden zurück. Vergleichbare Modellrechnungen weisen für Niederösterreich ein Minus von 635 Vollzeit-Äquivalenten und für Vorarlberg ein Minus von 90 aus.
Temporäre Schließungen von Polizeiinspektionen hätten sich dadurch von 17 auf 37 Tage erhöht.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wies diese Zahlen zurück. Sie seien nicht korrekt, sagte er. Freiwillige Dienste an vier Wochenenden seien möglich, dürften aber nicht vom Dienstgeber angeordnet werden.
Karner betonte außerdem, dass das neue System für Polizisten keine finanziellen Verluste bringen dürfe. Wenn sie gleich viel arbeiteten, würden sie gleich viel verdienen. Das Überstundenkontingent der Polizei für 2027 und 2028 sei deshalb nicht gekürzt worden.
Das DZM solle nach Angaben des Ministers auch dazu beitragen, kleine Strukturen im ländlichen Raum zu erhalten. Dafür seien Springerstreifen eingeführt worden, um die Sektoren abzudecken. Karner sagte, es sei nicht mehr zeitgemäß, dass Polizisten allein Streife führen.
Das Innenministerium sei auf Vorschläge der Personalvertretung eingegangen. Ein zunächst vorgesehener Vorplanungszeitraum von drei Monaten habe sich als nicht praxistauglich erwiesen.
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