Die USA erwägen nach Angaben von US-Vertretern den Einsatz der größten nichtnuklearen Bombe des Landes gegen Iran, falls Präsident Donald Trump neue militärische Operationen anordnet.
CNN berichtete am 14. Oktober unter Berufung auf mehrere mit den Gesprächen vertraute US-Vertreter, innerhalb der US-Regierung werde zugleich bezweifelt, ob der Einsatz die strategischen Ziele Washingtons erreichen könnte. Eine Anordnung Trumps für einen MOAB-Angriff auf Iran wurde nicht bestätigt. InstaNews hatte am 15. Oktober über die ausgearbeiteten Pläne für einen möglichen Einsatz gegen iranische Energie- und Nuklearanlagen berichtet.
MOAB steht für „Massive Ordnance Air Blast“. Die konventionelle Bombe ist nicht nuklear und trägt wegen ihrer Größe und Zerstörungskraft den Beinamen „Mother of All Bombs“. Nach Angaben der US Air Force Armament Museum Foundation wiegt sie etwa 21.600 Pfund (9.800 Kilogramm), ist rund 30 Fuß (9 Meter) lang und enthält ungefähr 18.700 Pfund Sprengstoff.
Das US Air Force Research Laboratory entwickelte die Waffe im Jahr 2003. Sie ist GPS-gesteuert und für große Ziele an der Oberfläche sowie für Höhlen- und Tunnelsysteme ausgelegt. Im Unterschied zu Bomben, die tief in den Boden eindringen und erst dort detonieren, soll die MOAB vor allem eine großflächige Druckwelle erzeugen.
Die USA setzten die Bombe erstmals am 13. April 2017 im Kampfeinsatz ein. Ziel war ein Tunnelsystem der Gruppierung Islamischer Staat Provinz Khorasan in der afghanischen Provinz Nangarhar. Der Angriff sollte nach einem zeitgenössischen Bericht von Aviation International News das Tunnelsystem treffen und die Bedrohung für US-amerikanische und afghanische Einheiten bei ihren Operationen verringern.
Der Einsatz in Afghanistan zeigte die Verwendung der Bombe gegen ein Höhlen- und Tunnelsystem. Daraus lasse sich jedoch nicht ableiten, dass sie jede Art unterirdischer Anlage zerstören könne.
Zu Irans Nuklearinfrastruktur gehören tief unter der Erde liegende und befestigte Anlagen. Genannt werden der Komplex Fordow sowie eine im Bau befindliche Anlage am Pickaxe Mountain. Eine große Explosion an der Oberfläche würde solche Einrichtungen, die durch dicke Schichten aus Fels und Beton geschützt seien, nicht zwangsläufig zerstören.
Für tief vergrabene Ziele verfügen die USA außerdem über die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator. Diese Waffe ist dafür ausgelegt, tief liegende Ziele zu durchdringen und anschließend zu detonieren. Der mögliche Einsatz der MOAB wäre eine erhebliche Eskalation, würde die Zerstörung der unterirdischen iranischen Nuklearanlagen oder ein Ende des Konflikts aber nicht garantieren.
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