Kenia hat nach dem zweiten Ebola-Fall die Kontrollen an der Grenze zu Uganda und an Flughäfen verschärft. Reisende müssen sich an der Grenzstation Busia die Hände waschen und ihre Körpertemperatur messen lassen, wie Africanews berichtete. Der Fall steht nach Angaben des kenianischen Gesundheitsministeriums mit dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung.
Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen 39-jährigen Mann, der ein enger Verwandter des ersten kenianischen Ebola-Patienten gewesen sei. Er habe während seiner Quarantäne Symptome entwickelt und sei positiv getestet worden. Beide Fälle seien miteinander verbunden; es gebe keine Hinweise auf eine Ausbreitung in der Bevölkerung, teilte das Ministerium mit.
Der erste Patient war ein 40-jähriger Kenianer, der in Kongo gelebt hatte. Er sei dort erkrankt, anschließend auf dem Landweg nach Uganda und per Flugzeug nach Nairobi gereist. Nach einem positiven Test starb er am 5. Oktober. Die Behörden identifizierten nach Angaben des Ministeriums rund 128 Kontaktpersonen und stellten 108 von ihnen unter Quarantäne.
An der Grenzstation Busia, über die Lastwagen und Händler zwischen Kenia und Uganda verkehren, forderte der Motorradtaxi-Fahrer David M. gründliche Kontrollen. Die Regierung müsse darauf achten, dass einreisende Personen ausreichend untersucht würden, sagte er. Der Händler Richard O. verwies auf zahlreiche informelle Wege aus Uganda nach Kenia und verlangte zusätzliche Möglichkeiten zur Kontrolle.
Die Reise des ersten Patienten durch drei Länder hatte Fragen zur Überwachung an Grenzübergängen aufgeworfen. Jean Kaseya, Generaldirektor der Africa Centres for Disease Control and Prevention, sagte der Nachrichtenagentur AP in der vergangenen Woche, an den Einreisestellen müsse ein starkes Überwachungssystem vorhanden sein.
Uganda hatte seinen Ebola-Ausbruch zuvor für beendet erklärt. Das Land hatte 20 Fälle gemeldet, die mit Infektionen aus Kongo in Verbindung gestanden hätten. Die ugandischen Behörden teilten mit, die identifizierten Kontaktpersonen hätten ihre Quarantäne ohne Hinweise auf weitere Übertragungen beendet. Zu Beginn des Ausbruchs hatte Uganda seine Grenze zu Kongo geschlossen, Ausnahmen aber unter anderem für humanitäre Hilfe und Fracht zugelassen.
Die Weltgesundheitsorganisation sprach sich gegen Grenzschließungen aus. Sie warnte, dadurch könnten Menschen und Waren auf nicht überwachte informelle Übergänge ausweichen und das Risiko einer weiteren Ausbreitung erhöhen.
Das Gesundheitsministerium in Kongo meldete in am Dienstag veröffentlichten Zahlen 9.066 bestätigte Fälle und 4.381 Todesfälle. Der Ausbruch habe sich auf sieben Provinzen ausgebreitet. Kämpfe, Bevölkerungsbewegungen sowie fehlende medizinische Versorgung und Behandlungseinrichtungen erschwerten die Eindämmung; auch die Nachverfolgung von Kontaktpersonen sei eine große Herausforderung.
Kaseya sagte der AP, mehr als 70 Prozent der neuen Fälle in Kongo beträfen Menschen, die zuvor nicht als Kontaktpersonen infizierter Patienten erfasst worden seien. Der Ausbruch werde durch das seltene Bundibugyo-Virus verursacht, gegen das es keinen zugelassenen Impfstoff und keine zugelassene Behandlung gebe. Ebola verbreite sich durch den Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten und verunreinigten Gegenständen wie Bettwäsche und Kleidung.
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