Die Polizei hat in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga einen Pastor und seine Ehefrau festgenommen. Bei einer Razzia in einem von der Kirche betriebenen Rehabilitationszentrum entdeckten die Einsatzkräfte am 15. Oktober rund 200 Menschen, darunter Kinder und Erwachsene, die dort vermutlich wegen Drogenabhängigkeit behandelt wurden, berichtete Africanews.
Einige Bewohner sollen aneinandergekettet gewesen sein. Andere hätten unbehandelte Wunden am Körper gehabt. Die Kontrolleure fanden außerdem überfüllte Schlafräume, beschädigte Toiletten und kein fließendes Wasser.
Nach Angaben der Behörden wurde das Zentrum ohne die erforderliche Genehmigung betrieben. Der Pastor und seine Ehefrau hätten angegeben, 60 Menschen aufnehmen zu können. Tatsächlich seien mehr als 200 Bewohner angetroffen worden, darunter mindestens 30 Frauen. Ein elfjähriger Junge und ein 16-jähriges Mädchen hätten sich die Unterkunft mit Erwachsenen geteilt.
Das Sozialministerium teilte mit, dass die Bewohner monatlich 3.000 Rand, umgerechnet etwa 182 Dollar, zahlen mussten. Fast die Hälfte der Gebühren sei Berichten zufolge an die Kirche gegangen.
Nach der Razzia wurden 14 Menschen zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Weitere 132 Bewohner kehrten zu ihren Familien zurück.
Die Polizei untersucht, ob weitere Straftaten begangen worden sein könnten. Beide sollen am Montag vor Gericht erscheinen.
Der Fall hat nach Angaben des Berichts neue Bedenken wegen der wachsenden Zahl illegaler Drogen-Rehabilitationszentren in Südafrika ausgelöst. Die Behörden hätten Schwierigkeiten, nicht registrierte Einrichtungen angesichts der steigenden Nachfrage nach Suchtbehandlungen zu kontrollieren.
Das Sozialministerium identifizierte 2025 landesweit mehr als 100 illegal betriebene Zentren. Die höchste Konzentration wurde in Gauteng festgestellt, der Provinz, zu der Johannesburg gehört.
Kommentare (0)