Trotzdem will das Astra am Ziel festhalten. Es sei anspruchsvoll, aber ein wichtiger Orientierungswert. Entscheidend sei, ob man bereit sei, die wirksamen Massnahmen umzusetzen. Hier sehe die BFU Handlungsbedarf. Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle stagniere seit einigen Jahren. Der Strassenverkehr nehme insgesamt zu und werde durch neue Mobilitätsformen komplexer.
Verkehrsexperte Thomas Sauter-Servaes führt den starken Zuwachs des Verkehrs auf zwei Faktoren zurück: Die Bevölkerung sei gewachsen, und das Freizeitbudget für Verkehr habe zugenommen. Auf begrenztem Strassenraum teilten sich immer mehr und schwerere Personenwagen wie SUVs sowie Dienstleister von Onlinebestellungen die Flächen mit Velofahrenden, E-Bikes, E-Trottinetts und Fussgängern. Dadurch entstünden mehr und gefährlichere Konflikte.
Leibundgut betont, dass menschliches Fehlverhalten wesentlich zum Unfallgeschehen beitrage. Geschwindigkeit, Ablenkung, Unaufmerksamkeit und Alkohol gehörten weiterhin zu den relevanten Risikofaktoren.
Sauter-Servaes warnt, die Opferzahlen dürften nicht isoliert betrachtet werden. Sie verdeckten die strukturelle Transformation der vergangenen zehn Jahre.
Als Beispiel nennt er die Regelung, dass Jugendliche bereits mit 16 Jahren 125-ccm-Motorräder fahren dürfen.
Dass mehr Sicherheit im Strassenverkehr möglich ist, zeigen laut Sauter-Servaes nordische Länder. Das internationale Vorbild Helsinki habe 2024 dank grossflächigem Tempo 30 null Verkehrstote verzeichnet.
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